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NRW-Förderprogramm „KI-Starter“

Nachwuchswissenschaftlerin erfolgreich

  • von Ulrike Eichweber
  • 14.04.2021

Am Ende des Semesters stapeln sich bei vielen Lehrenden die Klausuren. Beim Korrigieren jede Antwort zu loben oder einen Fehler genauer zu erklären, kostet viel Zeit. Wie schön wäre es da, einen Helfer zu haben ... Damit das in Zukunft einmal ein Computerprogramm übernehmen könnte, erforscht Dr. Andrea Horbach Künstliche Intelligenz (KI). Für ihr Projekt "Explaining Al predictions of semantic relationships“ erhält sie jetzt eine Finanzierung durch das Land NRW. Sie ist eine von drei Nachwuchsforschenden, die in diesem Jahr durch das Programm „KI-Starter“ gefördert wird.

Ist die Antwort auf eine Frage richtig? Das bei eindeutigen Lösungen mit ja oder nein zu bewerten, ist für KI auch heute schon ein Kinderspiel. Was aber, wenn man dazu die Bedeutung eines Satzes erfassen muss? Dann stößt die KI bisher an ihre Grenzen – und erst recht, wenn sie begründen soll, was an der Antwort falsch ist. Dr. Andrea Horbach, wissenschaftliche Mitarbeiterin der UDE-Sprachtechnologie, will sie deshalb fit für semantische Zusammenhänge machen.

Als Beispiel für eine problematische Klausurfrage bringt Horbach eine Frage aus der Informatik: Wo werden in einem Programm Variablen deklariert? Als Musterantwort wurde als richtige Lösung festgelegt: Variablen können in einer Methode oder in einer Klasse deklariert werden.

Horbach sagt: „Nehmen mal wir an, Studentin Anna hätte geantwortet: ,Variablen müssen in der Main-Methode oder als Member-Variable deklariert werden.´ Das wäre nicht richtig. Ein gutes Feedback würde ihr in diesem Fall zusätzliche Informationen geben, wo ihre Antwort Fehlvorstellungen enthält“, erklärt die Forscherin. „Ein hilfreiches Feedback könnte zum Beispiel sein: ,Variablen können in jeder Methode deklariert werden, nicht nur in der Main-Methode. Es stimmt, dass sie auch Membervariablen in einer Klasse sein können.´“

Solche Feedbacks will die Computerlinguistin, die sich bereits in ihrer Promotion an der Universität des Saarlandes mit der Automatischen Bewertung von Freitextantworten befasste, mit ihrem Projekt möglich machen. Das NRW-Programm für Nachwuchsforschende im Bereich Künstliche Intelligenz fördert es mit 174.600 Euro über zwei Jahre.

Zur Pressemitteilung der Landesregierung:
https://www.mkw.nrw/presse/KI-Starter_PM

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