Meldungen aus der UDE

Mikroskop-Aufnahme zweier Mini-Hirntumore
© K. Stratmann/C. Dobersalske

Ansätze für neue Immuntherapien

Blutstammzellen machen Hirntumore aggressiver

  • von Ulrike Eichweber
  • 30.06.2021

Einen der aggressivsten Hirntumore – ein Glioblastom – untersuchten Forschende der Medizinischen Fakultät der UDE und fanden dort erstmals Stammzellen des blutbildenden Systems. Das Team des Partnerstandortes Essen/Düsseldorf des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) fand heraus, dass sie die Teilung von Krebszellen fördern und die Immunabwehr gegen den Tumor unterdrücken.

Ihre Entdeckung könnte helfen, wirksamere Immuntherapien gegen diesen zumeist tödlichen Hirntumor zu entwickeln. Bislang können sie gegen Glioblastome nichts ausrichten, obwohl die Therapien bei anderen Krebsarten gute Erfolge erzielen. Ein Team um die Krebsforscher Dr. Igor Cima und Prof. Björn Scheffler, DKTK-Professor für Translationale Onkologie am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) des Universitätsklinikums Essen, untersuchte für ihre Studie Proben von Glioblastomen und von gesundem Gehirngewebe. Dabei entdeckten es die Blutstammzellen, die im gesunden Gewebe nicht vorkamen. Noch mehr erstaunte die Forschenden dann aber noch etwas anderes: Diese Zellen hemmen das Immunsystem und schüren das Tumorwachstum.

Die Studie ist in Nature Communications publiziert. Das Vorhaben wurde von der Wilhelm Sander-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Im Bild: Die Mikroskop-Aufnahme zeigt Mini-Hirntumore, sogenannte Tumor-Organoide, die aus Zellen von Erkrankten gezüchtet wurden. In Gegenwart von Blutstammzellen bilden die Krebszellen ein Netzwerk aus Zellfortsätzen, das sie untereinander verbindet.

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