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Forschungserfolg für die UDE

Zwei ERC Synergy Grants zu hochaktuellen Themen

Mit der Einwerbung von zwei renommierten ERC Synergy Grants über anteilig jeweils 2,55 Mio Euro konnten sich Forscher der UDE im internationalen Wettbewerb durchsetzen. Mit diesem Erfolg zeigt die Universität, wie sie mit zwei hochaktuellen Fragestellungen in der Spitzenforschung Verantwortung übernimmt: Durch die Analyse der Kohlenstoffkreisläufe urzeitlicher Mikroben öffnet sich ein enormes Potenzial für biotechnologische Prozesse. Die Frage, welche neuen Ungleichheiten sich durch eine rasante Zunahme der künstlichen Kühlung entwickeln, adressiert wichtige gesellschaftspolitische Fragen nach dem Zusammenhang von Technologien und Kulturwandel. Strukturell und hochschulpolitisch sind beide Projekte in der profilbildenden Forschung der UDE verankert.

Den strategischen und forschungspolitischen Schub erläutert Rektorin Prof. Dr. Barbara Albert: „Mit herausragenden Ideen konnten zwei unserer Forscher im internationalen Wettbewerb zwei ERC Synergy Grants einwerben – ein toller Erfolg für die UDE, zusammen mit ihren nationalen und internationalen Kooperatoren.“

Der ERC Synergy Grant ‚Archean Park‘ zielt darauf ab, Einblicke in das Leben unter ursprünglichen Bedingungen zu gewinnen. Die Wissenschaftler:innen um Projektleiter Prof. Dr. Alexander Probst suchen nach bislang unbekannten Stoffwechselwegen, die den Mikroorganismen auf der Ur-Erde vor 4.000 bis 2.500 Millionen Jahren das Leben ermöglichten. Das Forschungsprojekt stärkt die Expertise des Profilschwerpunkts Wasserforschung an der UDE.

Probst ergänzt: „Mit unserem Forschungsfokus schauen wir uns die Funktion einer mikrobiellen Zelle unter hohem CO2-Druck an. Wir tauchen also tief in das molekulare Verständnis ein. Damit gliedern wir uns gut in vorhandene koordinierte Forschungsprogramme wie beispielsweise den Sonderforschungsbereich RESIST ein. Unser Ziel ist es, künftig die Labore des neuen Forschungsbaus Active Sites zu nutzen, so dass wir Analysen auf Einzelzellebene und unter extremen CO2-Bedingungen durchführen können. Sobald wir die Stoffwechselwege kennen, lassen sie sich maßschneidern, um die Effizienz biotechnologischer Prozesse zu verbessern, zum Beispiel in der Biomasseproduktion.“

Im ERC Synergy Grant „Kulturen der Kryosphäre“ erforscht Dr. Stefan Höhne vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI), wie Technologien des Kühlens und Gefrierens moderne Gesellschaften geprägt haben und welche Auswirkungen dies hat. Das internationale Projektteam führt in den nächsten Jahren in Zentraleuropa, Indien, Nordamerika und Australien interdisziplinäre Fallstudien durch, um einen Wandel hin zu einem gerechteren und nachhaltigeren Umgang mit diesen Technologien anzustoßen. Projektleiter Höhne wurde europaweit als erster Kulturwissenschaftler mit einem ERC Synergy Grant ausgezeichnet. Als sein Forschungsziel beschreibt er: „Wir möchten verstehen, wie künstliche Kälte zu einem so fundamentalen Merkmal moderner Kulturen geworden ist, das immer mehr Aspekte unseres Alltags prägt. Besonders spannend und relevant ist für mich die Frage, welche neuen Ungleichheiten sich in diesen Prozessen manifestieren, beispielsweise im Zugang zu medizinischer Versorgung, wie Impfstoffen oder assistierter Reproduktion, oder beim Schutz der Bevölkerung bei Hitzewellen.“

Vertiefende Informationen zu den beiden ERC Synergy Grants finden Sie unter:
ERC Synergy Grant zu Kulturen der Kryosphäre
https://www.uni-due.de/2023-10-26-erc-synergy-grant-kulturen-der-kryosphaere
ERC Synergy Grant zu Archean Park
https://www.uni-due.de/2023-10-26-erc-synergy-grant-zu-stoffwechsel-von-ur-mikroben

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Alexander Probst, ERC Synergy Grant „Archean Park“, Tel. 0201/18 3-7080, alexander.probst@uni-due.de
Dr. Stefan Höhne, ERC Synergy Grant „CultCryo“,Tel. 0201/183-8104, stefan.hoehne@kwi-nrw.de,

Redaktion: Astrid Bergmeister, Pressesprecherin und Leiterin Ressort Presse, Tel. 0203/37 9-2430, astrid.bergmeister@uni-due.de

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