Zwei weiche Pinsel berühren ein Mikrofon
© UDE/Janina Balzer

Phänomen ASMR untersucht

Wohlbefinden durch leise Geräusche

  • von Birte Vierjahn
  • 09.11.2023

Sanfte Pinselstriche auf verschiedenen Oberflächen, eine knisternde Folie, leises Flüstern: ASMR, kurz für Autonomous Sensory Meridian Response, zeigt sich bei einigen Menschen als wohliges Gefühl. Zahllose Videos in verschiedenen Sozialen Medien belegen das große Interesse. Forschende der Universitäten Bochum und Duisburg-Essen haben mehr als 1.000 Publikationen zum Thema ausgewertet und eine erste systematische Übersichtsarbeit veröffentlicht.

Millionen Menschen schauen auf YouTube, TikTok und in anderen sozialen Medien Videos mit leisen Geräuschen. Sie gehören vermutlich zu den 25 bis 30 Prozent, die dabei ASMR erleben – ein als angenehm empfundenes Kribbeln auf der Kopfhaut und dem Nacken. Ein Forschungsteam um Tobias Lohaus, Prof. Dr. Patrizia Thoma (Ruhr-Universität Bochum, RUB) und Prof. Dr. Silja Bellingrath (Universität Duisburg-Essen, UDE) hat nun ein Review in Psychology of Consciousness: Theory, Research, and Practice veröffentlicht. Darin zeigen sie, dass das Phänomen unter anderem mit kurzfristigen positiven Effekten auf die psychische Gesundheit verbunden ist.

Über ASMR vermittelte Langzeiteffekte auf die psychische Gesundheit konnte hingegen in keiner der analysierten Veröffentlichungen nachgewiesen werden. Eine solche Studie plant das Forschungsteam der RUB und der UDE bereits in einem größeren gemeinsamen Forschungsantrag.

Zur ausführlichen Pressemeldung der Ruhr-Universität Bochum.


Originalveröffentlichung:10.1037/cns0000368

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Silja Bellingrath, Institut für Psychologie, Tel. 0201/18 3-6348, silja.bellingrath@uni-due.de

Redaktion: Birte Vierjahn, Tel. 0203/37 9-2427, birte.vierjahn@uni-due.de

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