Ein E-Auto an einer Ladesäule in Essen
© UDE/Ulrike Bohnsack

Mobilitätsprojekt STRALI

Umfrage in Essen startet

  • von Ulrike Bohnsack
  • 07.03.2024

Nachhaltig und funktional – so soll der Stadtverkehr einmal werden. In Essen können Bürger:innen und Unternehmen zur künftigen Mobilitätsplanung beitragen, indem sie am Forschungsprojekt STRALI* teilnehmen. Die UDE führt das Vorhaben gemeinsam mit der Stadt Essen und weiteren Partnern durch. Jetzt startet eine Umfrage, die sich besonders an Menschen in Altendorf und Frohnhausen richtet.

„In dem Projekt STRALI geht es darum, eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge strategisch zu planen und dort zu implementieren, wo sie am meisten benötigt wird“, erklärt Mobilitätsforscherin und Projektleiterin Prof. Dr. Ellen Enkel. „So wird der gesamtstädtische Verkehrsfluss positiv beeinflusst, und es entsteht ein ausgewogener Mix aus Fuß-, Auto-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Ebenso werden Gewerbegebiete attraktiver, wenn dort Anreize zur Elektrifizierung geschaffen werden. Um das zu erreichen, müssen wir aber die Bedürfnisse, Gewohnheiten und Vorstellungen der Essener Bürger:innen und Unternehmen kennen. Wir rufen sie daher dazu auf, sich an unserer Umfrage zu beteiligen.“

Im ersten Teil der Umfrage sind alle Essener:innen angesprochen, über ihr Mobilitätsverhalten Auskunft zu geben. Der zweite Teil richtet sich gezielt an die Menschen in Altendorf und Frohnhausen. Sie sollen eine Woche lang ein Mobilitätstagebuch führen und in einer Smartphone-App, einem Wegetagebuch (online oder auf Papier) oder in einem GPS-Datenlogger erfassen, wie sie sich im Stadtverkehr fortbewegen. Die Daten werden anonymisiert gespeichert und nur für das Projekt genutzt.

„Warum wir diese beiden Stadtteile ausgewählt haben? Altendorf und Frohnhausen liegen weder zu nah noch zu weit vom Stadtkern entfernt, dadurch gibt es keine klare Tendenz zu gewissen Verkehrsmitteln. Zudem wollen wir Menschen erreichen, die sich nicht ‚einfach‘ ein E-Fahrzeug anschaffen können“, so Projektkoordinatorin Sevim Hohmeister. Zusätzlich zur Bürgerbefragung werden Unternehmen vor allem im Gewerbegebiet M1 interviewt, um herauszufinden, was für sie den Umstieg auf eine E-Flotte erschwert bzw. unmöglich macht.

Die gesammelten Daten fließen anschließend mit weiteren Daten in eine Verkehrsfluss-Simulation ein. „Diese wiederum ist Basis für ein Ladeinfrastruktur-Planungstool, das im Projekt speziell für Essen neu entwickelt wird. Wir erhoffen uns neben mehr E-Mobilität ebenso eine verbesserte ÖPNV-Anbindung und gut vernetzte Fahrrad- und Fußgängerwege“, betont Prof. Enkel. „Denn der Straßenverkehr der Zukunft muss beides sein: effizient und umweltfreundlich.“

* STRALI steht für Strategische Ladeinfrastrukturplanung zur Elektrifizierung des gesamtstädtischen Verkehrs. Das Forschungsprojekt wird von einem interdisziplinären Team mehrerer Lehrstühle an der Universität Duisburg-Essen und in Kooperation mit den Unternehmen Schotte Automotive und IT-Objects sowie der Stadt Essen durchgeführt. Das Bundesverkehrsministerium unterstützt es bis 2026 mit über 2,6 Mio. Euro im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND.

 

Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de/strali/
http://www.uni-due.de/strali/befragung

Sevim Hohmeister, Projektkoordinatorin STRALI, Tel. 0203/37 9-3244, sevim.hohmeister@uni-due.de

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