Schmuckgrafik
© sandu - stock.adobe.com

Behandlungserwartung in der Therapie nutzen

Die DFG fördert den SFB „Treatment Expectation“ für weitere vier Jahre

  • 31.05.2024

Großer Erfolg für die Universitätsmedizin Essen! Der Sonderforschungsbereich 289 „Der Einfluss von Erwartung auf die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen“ (SFB/Transregio „Treatment Expectation“), koordiniert von der UDE, hat rund 15 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für eine weitere vierjährige Förderphase eingeworben. Der interdisziplinäre Verbund zielt darauf ab, den Einfluss der Erwartung auf die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen besser zu verstehen und diese Erkenntnisse zur Optimierung von Therapien zu nutzen. Sprecherin des mit den Universitäten Hamburg und Marburg beantragten Forschungsverbundes ist Prof. Dr. Ulrike Bingel von der Medizinischen Fakultät der UDE.

Erwartungen von Patient:innen haben einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf von Erkrankungen und die Wirksamkeit von Behandlungen. „Wir wollen unsere Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung bringen, also Erwartungseffekte systematisch im klinischen Alltag nutzen“, erklärt Prof. Dr. Ulrike Bingel, Sprecherin des Verbunds. Hierzu erforscht ein interdisziplinäres, überregionales Team von 26 exzellenten Forschenden aus den Bereichen Medizin, Psychologie und den Neurowissenschaften die psychologischen und neurobiologischen Mechanismen von Erwartungseffekten.

Schon jetzt ist der durch den SFB/TRR gewonnene Datenschatz weltweit einmalig: Von über 2500 Teilnehmenden und Patient:innen in verschiedenen Studien konnten Bilder der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT), psychometrische Daten und klinische Informationen erhoben werden. Diese Daten sind das Herzstück des Verbundes und ebnen den Weg für ein tiefgreifendes Verständnis der Mechanismen und die zukünftige personalisierte Nutzung von Erwartungseffekten.

„Künftig werden wir uns insbesondere auf die dynamische Veränderung von Behandlungs-erwartungen fokussieren, diese komplexeren Szenarien untersuchen und die Modellsysteme über Schmerz und Depression hinaus auf andere physiologische Systeme wie das Immunsystem erweitern“, erläutert Sprecherin Prof. Dr. Ulrike Bingel. „Wir schätzen uns glücklich, mit Prof. Dr. Christine Knaevelsrud von der Freien Universität Berlin eine absolute Expertin in diesem Bereich für unseren SFB gewonnen zu haben“, ergänzt Winfried Rief, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Marburg und stellvertretender Sprecher des Verbunds.

„Uns ist es wichtig, die Öffentlichkeit und die wissenschaftliche Gemeinschaft über unsere Forschung zu informieren. Deshalb werden wir ein eigenständiges Projekt aufsetzen, das zwei Zielgruppen erreichen soll: Patient:innen und medizinisches Personal, vor allem angehende Ärztinnen und Ärzte. Alle klinischen Studien haben das Ziel, Behandlungen zu verbessern. Dabei spielt die intensive Einbindung von und verstärkte Kooperation mit Patient:innen eine zentrale Rolle, um unsere Forschung für diejenigen, die sie am meisten betrifft, sinn- und wirkungsvoll zu gestalten“, betont Prof. Dr. Ulrike Bingel.
 

Weitere Informationen:
www.treatment-expectation.de
Prof. Dr. med. Ulrike Bingel, Klinische Neurowissenschaften, Tel. 0201/723 2401, ulrike.bingel@uk-essen.de

Zurück
-------------------------
Post-Views: 8309