Die Grafik mit Symbolbildern zeigt die Daten des Workshops, die aber auch im Fließtext stehen.
© UDE/BIKUMIG

Sichtbarkeit erhöhen

Kulturelle Bildung in Migrant:innenorganisationen

  • von Birte Vierjahn
  • 17.06.2024

Swahili-Sprachunterricht, kurdische Tanzgruppe oder Arabischkurs im Verein: Bildungsinitiativen migrantischer Organisationen stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojekts BIKUMIG der Universitäten Duisburg-Essen und Bremen. Die Forschenden kartieren entsprechende Angebote in der Region Bremen/Bremerhaven sowie im Ruhrgebiet und wollen deren Sichtbarkeit erhöhen. Ein Workshop am 21. Juni markiert den Beginn der direkten Zusammenarbeit mit regionalen Akteur:innen im Ruhrgebiet. Die Anmeldung ist kostenfrei.

Seit Jahrzehnten bieten Migrant:innenorganisationen (MO) im Ruhrgebiet und in anderen Regionen Sprachkurse, musikalische und künstlerische Projekte für Kinder und Jugendlichen an. Die Angebote sichern das kulturelle Wissen von Eltern und Großeltern, das in der Schule in Deutschland bislang keinen Raum hat. Gerade im Ruhrgebiet sind diese Initiativen fester Bestandteil der Bildungslandschaft, jedoch oft wenig sichtbar.

Hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt BIKUMIG an – Bildungsinitiativen für den Erhalt und Transfer von Kulturkapital in der Migrationsgesellschaft. Unter der Leitung von Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen) dokumentieren die Forschenden die Vielfalt der Bildungsinitiativen migrantischer Organisationen in der Region Bremen/Bremerhaven und im Ruhrgebiet. Das Teilprojekt an der Universität Duisburg-Essen (UDE), koordiniert von Prof. Dr. Nicolle Pfaff, konzentriert sich auf die lokale und soziale Anerkennung der Angebote. Der Verbund strebt an, das Wissen über kulturelle Bildungsangebote von MO in politischen und pädagogischen Zusammenhängen sichtbarer zu machen.

Die Wissenschaftler:innen untersuchen unter anderem, wie gut die Angebote mit Schulen und Kommunen vernetzt sind. Im Ruhrgebiet kann das Team dabei auf die Städtekooperation Integration.Interkommunal zählen. Stadtdirektor David A. Lüngen aus Mülheim an der Ruhr ist aktuell Sprecher der Städtekooperation und unterstützt das Anliegen der Forschenden: „Die kulturellen Bildungsangebote von migrantischen Organisationen sind nicht nur Ausdruck kultureller Selbstbestimmung und Vielfalt in unserer Gesellschaft. Sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Integration und zum Kulturleben vor Ort und sind eine Bereicherung für die Gesellschaft.“

Beim ersten von vier geplanten Praxisworkshops an der UDE treffen am 21. Juni Akteur:innen aus MO, Kommunen, Schulen, Wohlfahrtsverbänden und Wissenschaft zusammen, um über kulturelle Bildung zu diskutieren. Der Workshop findet von 12 bis 20 Uhr im Glaspavillon am Campus Essen statt (Ecke Universitätsstraße / Gladbecker Str., im EG des Gebäudes R12).
 

Weitere Informationen:
www.uni-due.de/biwi/bikumig
Fatma Bilgi, Institut für Erziehungswissenschaft, Tel. 0201/18 3-2237, bikumig@uni-due.de

Redaktion: Birte Vierjahn, Tel. 0203/37 9-2427, birte.vierjahn@uni-due.de

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