Workshop in São Paulo: Indigene Stimmen stärken die Klimadebatte
Das Denken wieder aufforsten
- 20.11.2025
Wie lassen sich Klimafragen anders denken, wenn Stimmen zu Wort kommen, die oft überhört werden? Dieser Frage widmet sich der Workshop „Reflorestar o Pensamento“, den die Universitäten Duisburg-Essen, Berlin und Potsdam gemeinsam mit dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus São Paulo am 27. und 28. November im Goethe-Institut der brasilianischen Metropole anbieten. Forschende, Künstler:innen und indigene Autor:innen zeigen dort, wie literarische und künstlerische Arbeiten das Gespräch über den Klimawandel erweitern können.
Im Zentrum des Workshops steht die Beschäftigung mit Literatur und Kunst indigener Gemeinschaften Brasiliens. Ihre Erzählformen gelten vielen als eigenständige Wissensquellen – und als politische Interventionen in einer Zeit, in der die Folgen des Klimawandels bereits spürbar sind.
Der Workshop, der von Seiten der Universität Duisburg-Essen (UDE) von Prof. Dr. Susanne Zepp-Zwirner und Kaimé Guerrero organisiert wird, ist Teil eines Sonderprogramms des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses (DWIH) zur UN-Klimakonferenz 2025 in Belém. Vier geförderte Projekte widmen sich dort Fragen zu Klimaresilienz, Nachhaltigkeit, Literatur und Gesundheit. Für den Workshop „Reflorestar o Pensamento“ (Deutsch in etwa: „Das Denken wieder aufforsten“) kommen Autori:nnen, Künstler:innen und Wissenschaftler:innen zusammen, darunter Eliane Potiguara, Trudruá Dorrico, Auritha Tabajara, Graça Graúna und Glicéria Tupinambá.
Das zweitägige Treffen führt Vorträge, Gespräche, Lesungen, Performances und Filmvorführungen zusammen. Es beleuchtet den Umgang mit Wasser, die Bedeutung ausgestorbener Arten im kulturellen Gedächtnis, indigene Kunst sowie die Geschichte der Objekte des indigenen Volkes der Tupinambá in europäischen Sammlungen. Auch ein dokumentarisches Filmprojekt über den Manto Tupinambá wird vorgestellt – einen den Tupinambá heiligen Federumhang, den das dänische Nationalmuseum kürzlich zurückgab. Am zweiten Tag finden gemeinsame Lesungen, ein Panel zu poetischen Formen der „Re-Existenz“ und ein Klangprojekt im Garten des Goethe-Instituts statt.
Der Workshop richtet sich an Forschende, Studierende und alle Interessierten. Er findet vor Ort in São Paulo und hybrid statt (Goethe-Institut São Paulo, Rua Lisboa 974), die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind per E-Mail möglich: kaime.guerrerovalencia@uni-due.de
Weitere Informationen:
Zum Workshop
Prof. Dr. Susanne Zepp-Zwirner, Spanische und hispanoamerikanische Literaturwissenschaft, Tel. 0201/18 3- 3891, susanne.zeppzwirner@uni-due.de