Symbolbild, eine Blutprobe mit der Aufschrift Sepsis
© luchschenf-stock.adobe.com

Verbundprojekt optiSEP startet

Sepsis schneller erkennen, Behandlung verbessern

  • 30.01.2026

Rund 75.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen einer Sepsis – viele davon könnten durch frühzeitige Diagnose und optimierte Behandlung gerettet werden. Trotz bestehender Qualitätsinitiativen bleiben Defizite entlang der gesamten Versorgungsstrecke bestehen: von Prävention und Früherkennung über Diagnostik und Therapie bis zur Nachsorge. Hier setzt das neue Projekt optiSEP an. Forschende der Universität Leipzig (Leitung), der UDE und weitere Partner wollen die Sepsisversorgung sektorenübergreifend und datenbasiert verbessern. Vor allem die Schnittstellen zwischen Rettungsdienst, Notaufnahme, Intensivstation und Rehabilitation stehen im Fokus. Das Vorhaben wird mit 7,5 Millionen Euro vom Innovationsausschuss des G-BA* gefördert.

Das Projekt konzentriert sich darauf, Routinedaten aus allen Behandlungsphasen digital zu vernetzen. Darauf aufbauend sollen datengestützte Entscheidungshilfen entwickelt werden, die schwere Verläufe früher erkennbar machen und klinische Entscheidungen beschleunigen. Standardisierte Behandlungspfade sollen darüber hinaus sicherstellen, dass evidenzbasierte Leitlinien für Sepsis konsequent umgesetzt werden. Ein patientenorientiertes Nachsorgekonzept soll zudem langfristige gesundheitliche Folgen nach überstandener Sepsis minimieren.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der molekularen Erregerdiagnostik mittels Next-Generation Sequencing (NGS). Im Unterschied zu klassischen mikrobiologischen Verfahren erlaubt NGS den direkten Nachweis von Erregern anhand ihres genetischen Materials – selbst bei schwer kultivierbaren Keimen oder unter laufender Antibiotikatherapie. So können antiinfektive Therapien insbesondere bei zeitkritischen Verläufen früher und gezielter angepasst werden.

„Sepsis erfordert eine nahtlose Zusammenarbeit aller Beteiligten – vom Rettungsdienst über die Klinik bis hin zur Nachsorge. Nur so lassen sich Patient:innen schnell und sicher behandeln“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Brenner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Essen, einer der Projektleiter von optiSEP. „Mit optiSEP können wir digitale Datenstrukturen, moderne Diagnostik und klinische Expertise so verbinden, dass die Versorgungsqualität messbar steigt.“

* Der G-BA, ausgeschrieben Gemeinsame Bundesausschuss, ist das höchste Gremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, das darüber entscheidet, was in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet wird.


Weitere Informationen:
https://www.uniklinikum-leipzig.de/presse/Seiten/Pressemitteilung_8197.aspx
Prof. Dr. Thorsten Brenner, MHBA, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Essen, Tel. 0201/723-1401, thorsten.brenner@uk-essen.de

Zurück