Verbund erhält weitere Förderung
Polyneuropathien besser verstehen
- 02.02.2026
Polyneuropathien sind neurologische Erkrankungen, die weltweit verbreitet sind. Allein in Deutschland betreffen sie fast jeden dritten Menschen über 60 Jahre. Bislang fehlen wirksame Therapien, denn die zugrunde liegenden Prozesse im Körper sind nur unzureichend verstanden. LINC, ein interdisziplinärer Verbund aus Essen, Heidelberg, Leipzig und Münster, will das ändern. Seit 2022 untersucht das Konsortium den Lipidstoffwechsel in peripheren Nerven und wird dabei vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Nun wurde die Unterstützung um weitere zwei Jahre verlängert.
Bei Polyneuropathien sind die peripheren Nerven – also jene außerhalb von Gehirn und Rückenmark – geschädigt. Die Folgen sind teils gravierend: Betroffene leiden unter Missempfindungen, Schmerzen sowie Lähmungen an Füßen und Händen, was ihre Lebensqualität erheblich einschränkt.
Um neue therapeutische Ansätze zu entwickeln, untersucht der Forschungsverbund LINC (Lipid Immune Nerve Consortium) die lipidreiche Myelinschicht, die die Nerven umgibt und für ihre Funktion essenziell ist. Das Essener Team um Neuroimmunologe Prof. Mark Stettner erforscht in Zellkulturen, was bei der Neuropathie auf zellulärer Ebene geschieht; der Schwerpunkt liegt vor allem auf dem Zusammenspiel zwischen dem Fettstoffwechsel der Nerven und der Aktivierung von Fett erkennenden Immunzellen bei erkrankten Menschen.
Die bisherigen Ergebnisse aller beteiligten Wissenschaftler:innen sind vielversprechend. Sie nähren die Hoffnung, die Mechanismen der Polyneuropathien künftig besser zu verstehen und gezielter behandeln zu können. Über die gesamte Laufzeit fließen fast fünf Millionen Euro in das Projekt. Rund 1,3 Millionen Euro davon gehen nach Essen.
Mehr: https://www.uni-due.de/med/meldung.php?id=1878