Bundesministerin Bär (l.) und Prof. Ulrike Bingel am Exponat der UDE
© UDE/SFB 289

MS Wissenschaft gestartet

Ministerin Bär entdeckt die Kraft der Erwartung

„Medizin der Zukunft“ lautet das Thema des Wissenschaftsjahres 2026. Jetzt eröffnete die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, in Berlin die Ausstellung auf der MS Wissenschaft. Das Schiff wird die 30 interaktiven Exponate in viele deutsche, österreichische und polnische Städte bringen, darunter auch nach Duisburg (7.-8. Juli). Prof. Ulrike Bingel vom Sonderforschungsbereich Treatment Expectationder Universität Duisburg-Essen erklärte der Ministerin und Schüler:nnen bei der Eröffnung, was es mit dem Exponat „Die Kraft der Erwartung – Nutze deine körpereigene Apotheke“ auf sich hat.

„Also mein Zahnarzt ist total nett und ich habe keine Angst“, erzählt der Berliner Grundschüler an der interaktiven Station auf dem Binnenschiff. Die Leiterin des Schmerzzentrums an der Universitätsmedizin Essen, Neurologieprofessorin Ulrike Bingel, erwidert: „Dann stehen die Chancen gut, dass es auch nicht weh tut“. Sie erklärt Ministerin Dorothee Bär und der Grundschulklasse, wie Erwartungseffekte in der Medizin wirken.

Das Exponat des Sonderforschungsbereichs (SFB/TRR) 289 Treatment Expectation der Universität Duisburg-Essen lädt ein, die Macht der Erwartungseffekte spielerisch selbst zu erfahren. An einem großen Gehirnmodell lernen die Besuchenden, welche Hirnareale für Placebo- und Nocebo-Effekte entscheidend sind.

Die Schüler:innen nutzen am Exponat fleißig das Mitmachmodul: Was wirkt besser gegen Schmerzen – eine Spritze oder eine Tablette? „Die Spritze“, rufen gleich drei SchülerInnen. Die Auflösung steht hinter einer Schiebeklappe. Dann testeten die SchülerInnen mit Dorothee Bär ihre eigenen Erwartungen nach einem Arztgespräch. Über unterschiedlich farbige Telefonhörer konnten sie erleben, wie ein Arzt und eine Ärztin ihnen ein Medikament gegen Bauchschmerzen verschreiben – mal warmherzig, mal eher kühl und wenig mitfühlend.

„Kommunikation ist ein entscheidender Faktor beim Therapieerfolg, denn je besser und verständlicher ein Arzt, eine Ärztin oder medizinisches Personal die Therapie erklärt, desto größer sind die Chancen, dass sie gut wirkt und wenig Nebenwirkungen auftreten“, erklärt Prof. Bingel.

Ausstellungsschiff MS Wissenschaft
An rund 30 Exponaten können Besuchende in der Ausstellung aktiv werden. Sie können zum Beispiel Medikamente an einem künstlichen Organ testen, ihren Herzschlag mit einer Kamera messen oder virtuell in den Operationssaal der Zukunft eintauchen. Besuchende sind auch eingeladen, an drei Stationen neueste Forschung zu Krankheiten wie Demenz, Diabetes oder Endometriose zu erkunden. Der Besuch der Ausstellung wird ab zwölf Jahren empfohlen und ist frei. Mehr: https://ms-wissenschaft.de/de/besuch/tour/

Weitere Informationen:
Ausstellung Medizin der Zukunft
Interview mit Prof. Ulrike Bingel: www.treatment-expectation.de/mswissenschaft

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