Forschungsschwerpunkte

  • Inklusive Sprachbildung
  • Besonderheiten im Spracherwerb zwei- und mehrsprachiger Kinder und Jugendlicher
  • Migrationsbedingte Mehrsprachigkeit in den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten Lernen, emotionale-soziale Entwicklung und Sprache
  • Heterogenität, Diversität, Intersektionalität in der inklusiven Schulpraxis
  • Rassismus- und diskriminierungskritische Zugänge zu Mehrsprachigkeit und sprachlichen Besonderheiten im Kontext schulischer Inklusion
  • Diklusive Sprachbildung im Rahmen des Zweitspracherwerbsprozesses und Mehrsprachigkeit
  • Interdisziplinäre Lehrkräfteprofessionalisierung zum Umgang mit sprachlicher Diversität in inklusiven Schulsettings
  • Qualitative Professionalisierungs- und Kompetenzforschung
  • Qualitative und rekonstruktive Methoden der empirischen Schul- und Unterrichtsforschung (u.a. Dokumentarische Methode, Qualitative Inhaltsanalyse, Ethnografie)

Weitere Forschungsprojekte

Laufende Projekte

Migrationsbedingte Mehrsprachigkeit im (kombinierten) sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Emotionale-Soziale Entwicklung (Projekt MiMESE)

Text folgt

Linguistisches Wording als Grundlage professionellen sprachbildungsbezogenen Handelns in mehrsprachigen und inklusiven Grundschulklassen

Aufbauend auf der Pilotstudie „Umgang mit Sprache(n) im Unterricht“ (Di Venanzio/Niehaus, 2023), die widersprüchliche Haltungen von angehenden und praktizierenden Grundschullehrkräften gegenüber mehrsprachigen Schüler:innen und Schüler:innen des gemeinsamen Lernens aufzeigen konnte, untersucht die follow-up-Studie nun das Verständnis von schulpraktischen Begriffen im Kontext mehrsprachiger und inklusiver Klassen.

Di Venanzio & Niehaus (2023) formulieren konkrete Forderungen im Hinblick auf die universitäre Lehrkräfteprofessionalisierung im Bereich einer Inklusiven Sprach(en)bildung (Rödel & Simon, 2019). Unter anderem wird die Bedeutung der Verwendung sprachwissenschaftlicher Begrifflichkeiten und Konzepte der Spracherwerbs- und Mehrsprachigkeitsforschung betont, um die mit Mehrsprachigkeit konnotierte defizitäre Lesweise von Schüler:innen (handlungspraktisch oftmals als DaZ-Kind, Inklusions-Kind realisiert) in der universitären Lehrkräfteausbildung und -professionalisierung konzeptionell und sprachlich aufzubrechen. Dafür scheint es jedoch notwendig, den individuellen Spracherwerb ein- und mehrsprachiger Schüler:innen linguistisch zu beleuchten, korrekt zu benennen und zu reflektieren (vgl. dazu auch Pfaff & Cantone, 2021). Es wird davon ausgegangen, dass eine professionell erworbene sprachliche Handlungspraxis – im Sinne eines linguistischen Wordings – die Professionalität im Umgang mit sprachlicher Vielfalt anleitet und zu Multiplikatoreffekten in der zukünftigen Schulpraxis beitragen kann, die sich gegen eine Zuschreibungspraxis (migrationsbedingt) mehrsprachiger Schüler:innen als auch Schüler:innen mit weiteren spezifischen sprachlichen Unterstützungsbedarfen stellt (Chilla, 2019⁠; Dirim & Khakpour, 2018).

Es werden drei Gruppen von Studierenden des Lehramts Grundschule befragt: Studierende vor dem DSSZ-Modul im Bachelor, Studierende vor dem DSSZ-Modul im Master und Studierende nach dem Praxissemester im Master. Die Teilnehmendem müssen Kinder anhand von sechs Vignetten, die verschiedene Spracherwerbssituationen beschreiben, begrifflich bezeichnen und beurteilen, ob ihnen schulpraktische Begriffe bekannt sind und sie mithilfe von Schlagwörtern definieren.

Die Studie zielt darauf ab, Diskrepanzen zwischen dem Verständnis und den zugrunde liegenden linguistischen Begriffen und Konzepten zu konkretisieren und das Thema in der Lehrkräfteausbildung zu thematisieren und zu reflektieren. Die Studie soll ebenfalls die Fragen beantworten, wie angehende Lehrkräfte spracherwerbs- und schulbezogene Begriffe ausfüllen, ob es Unterschiede/Veränderungen in verschiedenen Phasen der Ausbildung gibt und welche Intersektionen im konzeptionellen Verständnis der Begriffe hinsichtlich der Bildungsbenachteiligung migrationsbedingt mehrsprachiger Schüler:innen und Schüler:innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf erkennbar sind.

Ansprechpartner*innen: Kevin Niehaus (kevin.niehaus@uni-due.de), Laura Di Venanzio (laura.divenanzio@uni-due.de)

Zum Professionalisierungs- und Veränderungspotenzial handlungsleitender Orientierungen?! – Längsschnittliche Betrachtung und Entwicklung des Lehrkräftehabitus im Handlungsfeld Inklusiver Sprachbildung (Longitudinalstudie)

Aufbauend auf der angenommenen Trägheit habituell-handlungsleitender Orientierungen (vgl. Bischoff 2017: 80f.) und der theoretisch weiterhin diskutierten und offenen Frage, inwieweit sich der damit verbundene mehrdimensionale Lehrkräftehabitus professionalisieren lässt (vgl. Helsper, 2019; Kramer & Pallesen, 2018), rückt das Forschungsprojekt das Professionalisierungs- und Veränderungspotenzial habituell-handlungsleitender Orientierungen in schulisch unterrichtlichen Kontexten Inklusiver Sprachbildung (vgl. Niehaus, in Vorb.) in den Mittelpunkt.

Dazu werden Studierende des Lehramts für Grundschule und des Lehramts für sonderpädagogische Förderung über das Bachelorstudium hin zum Masterstudium begleitet (Gruppe 1: Grundschulstudierende, Gruppe 2: Studierende des Lehramts Sonderpädagogik, G3: sowohl Studierende des Grundschul- als auch des Sonderpädagogiklehramts).

Ziel ist es, im Rahmen von lehramtsspezifischen und lehramtsübergreifenden Gruppendiskussionen, die wiederholt bzw. regelmäßig jedes Semester stattfinden, die professionalisierungsbezogene Ausbildung der Lehrkräftehabitus begleitend zu erforschen, um Aussagen über angenommene Veränderungsprozesse treffen zu können. Andockend an die Erfahrungen als Schüler:in wird über die Fokussierung schulpraktischer Erfahrungen im Rahmen der universitär begleiteten Praxisphasen (Eignungs- und Orientierungspraktikum sowie Berufsfeldpraktikum und Praxissemester) auch Bezug auf unterschiedliche Handlungs- und Entscheidungssituationen genommen, die sich aus dem Struktur- und Kontextmodell Inklusiver Sprachbildung ergeben (vgl. Niehaus, angenommen).

Anknüpfend an die Studienergebnisse von Niehaus (in Vorb.) zu habituellen Orientierungen von Lehrkräften des Lehramts der Sek. I in Kontexten Inklusiver Sprachbildung (vgl. Niehaus, angenommen) richtet sich das Forschungsinteresse einerseits auf die kollektiven Orientierungsgehalte bzw. Orientierungsrahmen (im engeren Sinne), die sich für die Dimensionen Mehrsprachigkeit, Sprachbildung und Inklusion rekonstruieren lassen. Andererseits ist ebenfalls von Interesse, wie die Studierendengruppen den bildungspolitischen Reformauftrag schulischer Inklusion hinsichtlich der Heterogenitätsdimension Sprache verhandeln und welche schulisch-unterrichtlichen Spannungsverhältnisse sich dabei im Sinne von Orientierungsrahmen (im weiteren Sinne) ergeben. 

Neu zugewanderte Schüler:innen in Schule und Unterricht:    Orientierungen im Handlungsfeld Mehrsprachigkeit, Migration und Flucht. Eine qualitativ-rekonstruktive Begleitstudie zum Professionalisierungsprozess angehender Lehrkräfte in projektbezogenen Bachelor-Praxisphasen

Kooperationsprojekt mit dem Zentrum für Lehrkräftebildung (ZfL) der Universität zu Köln; Projekt „Prompt! – Bildungsteilhabe stärken“

Studierende der Universität zu Köln haben die Möglichkeit ihre Bachelor-Praxisphasen (Eignungs- und Orientierungspraktikum sowie Berufsfeldpraktikum) in projektbezogenen Veranstaltungen zu absolvieren. Das Projekt „Prompt - Bildungsteilhabe stärken“ setzt hierbei den Fokus auf den Bereich Sprachbildung von neu zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und verfolgt das Ziel, angehende Lehrkräfte aller Lehramtsschwerpunkte bereits im Bachelorstudium für den schulisch-unterrichtlichen Umgang mit Mehrsprachigkeit, Migration und Flucht zu professionalisieren.

Ziel der Begleitstudie liegt in der Erfassung von Veränderungsprozessen in habituell-handlungsleitenden Orientierungen, die sich aus spezifisch seminaristischen und praktikumsbezogenen Erfahrungen ergeben. Dazu werden zwei Gruppen von Studierenden verschiedener Lehrämter in Gruppendiskussionen begleitet, wobei eine Gruppe spezifische Erfahrungen in internationalen Vorbereitungsklassen sammelt währenddessen die andere Gruppe ihr Praktikum im Kontext der Regelklasse absolviert. Die qualitativ-rekonstruktive Studie fokussiert das implizite Wissen der Studierenden und knüpft hierbei an quantitative Studienergebnisse an, die mitunter die begrenzte Nachhaltigkeit von positiven Einstellungsveränderungen (explizite Wissen) gegenüber der Arbeit mit neu zugewanderten Schüler:innen im Projektpraktikum feststellen konnte (vgl. Massumi et. al, 2022)

DaZ, Spracherwerb und Inklusion 

Im Zentrum des Arbeits- und Themenfeldes steht die empirische Beleuchtung des Umgangs mit sprachlicher Vielfalt in verschiedenen unterrichtsbezogenen Kontexten der inklusiven Schule unter besonderer Berücksichtigung der Dimension Mehrsprachigkeit. Fragen der Wahrnehmung sprachlicher Besonderheiten bei zwei- und mehrsprachigen Lernenden im Rahmen sonderpädagogischer Förderbedarfe stehen dabei genauso im Zentrum wie die unterrichtspraktische Berücksichtigung lebensweltlicher Mehrsprachigkeit. Weitere Schwerpunkte liegen im Bereich des sprachbildungsbezogenen Selbstverständnisses einzelner schulischer Akteur:innen und die damit verbundene Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams. Die hier verorteten Forschungsprojekte umfassen neben dem Bereich der qualitativen und quantitativen Lehrkräfteprofessionalisierungsforschung auch Projekte explorativer Schul- und Unterrichtsforschung.

Ansprechpartner: Kevin Niehaus (Kevin.Niehaus@uni-due.de

Projektbezogene Veröffentlichung (** = peer-reviewed):

  • **Niehaus, K. & Cantone, K. F. (im Druck/2024). „Man sollte bei Sprachbildung doch mehr zusammenarbeiten…” – Zum beruflichen Selbstverständnis im Kontext inklusiver Schulentwicklungsprozesse. In: J. Bertram, K. F. Cantone, K. Niehaus, P. Scherer & G. Wolfswinkler (Hrsg.), Lehrkräfteprofessionalisierung für die Vielfalt in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Waxmann.

  • **Niehaus, K. (2022). Professionalisierung in der Sprachbildung innerhalb der Lehrkräfteausbildung. Möglichkeiten in der seminar- und schulpraktischen Arbeit im Kontext inklusiv-digitaler Fragestellungen. In: L. Schulz, I. Krstoski, M. Lüneberger & D. Wichmann (Hrsg.), Diklusive Lernwelten. Zeitgemäßes Lernen für alle Schüler:innen. Visual Ink, 440–448.

  • **Niehaus, K. (2023). „Sprachförderbedarf mehrsprachiger Schüler ist nicht überraschend, aber auch nicht selbstverständlich […]“ – Zur differierenden Wahrnehmung migrationsbedingter Mehrsprachigkeit bei angehenden Lehrkräften im Rahmen inklusiver Sprachbildungsprozesse. k:ON – Kölner Online Journal für Lehrer*innenbildung, SA(2), 16–44. https://doi.org/10.18716/ojs/kON/2023.s.2

  • **Di Venanzio, Laura & Niehaus, K. (2023). „Bildungssprache ist immer noch wichtig, aber wenn man sich […] so nicht ausdrücken kann, gelten natürlich andere Standards für diese Kinder.“ – Zwischen Standardorientierung und Individualbezug: Antinomien in Kontexten mehrsprachiger und inklusiver Sprachbildung. Eine Erhebung von Einstellungen angehender und praktizierender Grundschullehrkräfte. QfI - Qualifizierung für Inklusion 5 (2). https://doi.org/10.21248/QfI.89

  • **Niehaus, K. (eingereicht). „Ein Fall für die Förderschule?!“ – Zum Umgang mit sprach(bildungs)bezogenen Herausforderungen. Kasuistische Lehrkräftebildung im Handlungsfeld Inklusion im Fach Deutsch als Zweitsprache. die hochschullehre. wbv.

  • Niehaus, K. & Di Venanzio, L. (in Vorb.). Linguistisches Wording als Grundlage professionellen sprach(bildungs)bezogenen Handelns in mehrsprachigen und inklusiven Grundschulklassen. Manuskript. Universität Duisburg-Essen.

 

Abgeschlossene Projekte

„Qualifizierung und Professionalisierung von (angehenden) Lehrkräften im Bereich Sprachbildung, Mehrsprachigkeit und Inklusion: Schwerpunkt sprachbildungsbezogenes Selbstkonzept und Multiprofessionelle Zusammenarbeit“ (mit Prof. Dr. Katja F. Cantone, Universität Duisburg-Essen)

**Niehaus, K. & Cantone, K. F. (im Druck). „Man sollte bei Sprachbildung doch mehr zusammenarbeiten…” – Zum beruflichen Selbstverständnis im Kontext inklusiver Schulentwicklungsprozesse. In: J. Bertram, K. F. Cantone, K. Niehaus, P. Scherer & G. Wolfswinkler (Hrsg.), Lehrkräfteprofessionalisierung für die Vielfalt in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Waxmann.

**Niehaus, K. (eingereicht). „Ein Fall für die Förderschule?!“ – Zum Umgang mit sprach(bildungs)bezogenen Herausforderungen. Kasuistische Lehrkräftebildung im Handlungsfeld Inklusion im Fach Deutsch als Zweitsprache. die hochschullehre. wbv.

Sprachliche Bildung und Bildungssprache im Kontext von Mehrsprachigkeit und Inklusion

Im Rahmen einer Pilotstudie wurde durch den kombinierten Einsatz von offenen qualitativen Items (schulisch-unterrichtliche Vignetten des inklusiven Schulalltags) und quantitativer Item-gestützter Befragung das vorherrschende Verständnis und die Bedeutung von Bildungssprache bei angehenden und bereits ausgebildeten Grundschullehrkräften im Hinblick auf das Konstrukt Bildungssprache allgemein, seine Notwendigkeit für den Unterricht und seine Implikationen für mehrsprachige und inklusive Schüler*innen untersucht.​​

Das Projekt knüpfte an aktuelle Diskurse um die Weiterentwicklung von Sprachbildung in Bildungskontexten an, in denen sich das Konstrukt der Bildungssprache weiterhin als elaborierter Code der deutschen Sprache abzeichnet. Daraus resultieren angenommene sprachliche Hürden und Barrieren für bestimmte Lerngruppen, ebenso Stigmatisierung und Bildungsbenachteiligung. Insbesondere marginalisierte Lerner*innen sind hier betroffen und müssen im Hinblick auf bildungspolitische Reformen in den Bereichen (schulischer) Mehrsprachigkeit und Inklusion genauer in den Blick genommen werden.

Die gewonnenen Daten aus der Pilotstudie (Di Venanzio/Niehaus, 2023) dienen einerseits dazu, den fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Diskurs im Hinblick auf den Reformauftrag schulischer Inklusion fortzuführen und neue Impulse hinsichtlich des Umgangs mit Sprachlicher Vielfalt zu geben. Andererseits dienen die Ergebnisse als Grundlage für eine follow-up-Studie (siehe laufende Projekte), die sich mit dem Verständnis von schulpraktischen Begriffen im Kontext mehrsprachiger und inklusiver Klassen beschäftigt (Niehaus/Di Venanzio, in Vorb.)

Ansprechpartner*innen: Laura Di Venanzio (laura.divenanzio@uni-due.de), Kevin Niehaus (kevin.niehaus@uni-due.de)

Projektbezogene Veröffentlichung:

Di Venanzio, L. / Niehaus, K. (2023): „Bildungssprache ist immer noch wichtig, aber wenn man sich […] so nicht ausdrücken kann, gelten natürlich andere Standards für diese Kinder.“ – Zwischen Standardorientierung und Individualbezug: Antinomien in Kontexten mehrsprachiger und inklusiver Sprachbildung. Eine Erhebung von Einstellungen angehender und praktizierender Grundschullehrkräfte. QfI -Qualifizierung für Inklusion, 5(1), doi: https://doi.org/10.21248/qfi.89

Habituell-handlungsleitende Orientierungen angehender Lehrkräfte in Kontexten Inklusiver Sprachbildung. Eine rekonstruktive Perspektive auf Handlungskompetenz im Bereich sprachlicher Vielfalt (Promotionsprojekt)

Das interdisziplinär gedachte Forschungsvorhaben dient der Verknüpfung der Bereiche Deutsch als Zweitsprache im Bereich Mehrsprachigkeit, der Heterogenitäts- sowie Inklusionsforschung in der Schnittstelle Inklusive Sprachbildung. Neben dem systematischen In-Beziehung-Setzen der übergreifenden Forschungsbereiche (vgl. dazu bspw. Riemer 2017; Rödel/Simon, 2019), geht es vor allem um die Erforschung von Handlungskompetenz angehender Lehrkräfte in umschriebener Schnittstelle im Hinblick auf eine erweiterte Professionalisierung. Konkret soll im Sinne eines komplexen Kompetenzverständnisses erforscht werden, welche habituellen Orientierungen sich bei angehenden Lehrkräfte der Sekundarstufe 1 (Lehratms-Schwerpunkt HRSGe) in exemplarischen Situationen des inklusiven Schulalltags rekonstruieren und typisieren lassen. Dabei stellen Fallvignetten (vgl. bspw. Paseka/Hinzke, 2014) der inklusiven Schulpraxis Ausgangspunkt von fokussierten Interviews dar. Anhand der gewonnenen Interviewdaten wird aktuell analysiert, auf welche expliziten und impliziten Wissensstrukturen die angehenden Lehrkräfte zurückgreifen und welche handlungsleitenden Orientierungen sich im Sinne einer relationalen Typenbildung übergreifend rekonstruieren und in einer Typologie „Inklusiver Sprachbildung“ abbilden lassen. Theoretisch basiert das Vorhaben dabei auf dem bourdieu’schen Habituskonzept sowie der Dokumentarischen Methode (vgl. bspw. Bohnsack/Pfaff 2010 sowie Nohl 2017). Die Betrachtung handlungsleitender Orientierungen von angehenden Lehrkräften ist im Rahmen des Professionalisierungsdiskurses von Bedeutung, da diese neben anderen Kompetenzfacetten (vgl. u.a. Rothland 2014) eine entscheidend Prädikatorfunktion für die spätere Berufspraxis und den Umgang mit sprachlicher Diversität haben

Ansprechpartner: Kevin Niehaus (kevin.niehaus@uni-due.de)

Projektbezogene Veröffentlichung:

**Niehaus, Kevin (eingereicht). Habituell-handlungsleitende Orientierungen in Kontexten Inklusiver Sprachbildung. Eine rekonstruktive Perspektive auf Handlungskompetenz im Bereich Sprachlicher Vielfalt. Dissertationsschrift. Universität Duisburg-Essen.

**Niehaus, K. (2023). „Sprachförderbedarf mehrsprachiger Schüler ist nicht überraschend, aber auch nicht selbstverständlich […]“ – Zur differierenden Wahrnehmung migrationsbedingter Mehrsprachigkeit bei angehenden Lehrkräften im Rahmen inklusiver Sprachbildungsprozesse. k:ON – Kölner Online Journal für Lehrer*innenbildung, SA(2), 16–44. https://doi.org/10.18716/ojs/kON/2023.s.2

 

Foto Kevin Niehaus

Kevin Niehaus

Abgeordnete Lehrkraft  im Bereich
Deutsch als Zweit- und Fremdsprache

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Universität Duisburg-Essen
Deutsch als Zweit- und
Fremdsprache
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Zuständiges Sekretariat:

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