Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Mohamad Ali El Chaikh Ali (l) und Ulas Kalayci. Foto: Hertie-Stiftung/Pedro Citoler ©
Mohamad Ali El Chaikh Ali (l) und Ulas Kalayci. Foto: Hertie-Stiftung/Pedro Citoler ©

Zwei UDE-Studierende erhalten Horizonte-Lehramtsstipendium

Vorbild für andere

[18.11.2010] Die Hertie-Stiftung und die RWE Stiftung haben fünf angehende Pädagogen aus dem Ruhrgebiet in ihr Programm „Horizonte – Das Lehramtsstipendium für Migranten“ aufgenommen. Zwei Studierende kommen dabei von der Uni Duisburg-Essen (UDE): Ulas Kalayci und Mohamad Ali El Chaikh Ali werden auf dem Weg zu ihrem Traumberuf zwei Jahre lang ideell und finanziell gefördert.

Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte sind an deutschen Schulen noch längst keine Normalität: Nur etwa ein bis zwei Prozent haben einen Migrationshintergrund, während es bei den Schülern rund ein Drittel sind. Mit ‚Horizonte‘ möchten beide Stiftungen darauf hinwirken, dass die gesellschaftliche Heterogenität auch in den Lehrerzimmern ankommt und sich mehr Migranten an der schulischen Bildung der nachfolgenden Generationen beteiligen. Nach Berlin, Frankfurt am Main und Hamburg ist das Ruhrgebiet der vierte Standort des 2008 gestarteten Stipendienprogramms.

„Die jungen Lehrkräfte bringen Qualifikationen mit, die in einer modernen Einwanderungsgesellschaft in die Schule gehören“, so Claudia Finke, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung. „ ‚Horizonte‘ will dazu beitragen, dass die Potenziale, die aus ihrem Lebenslauf herrühren, allen Schülerinnen und Schülern zu Gute zu kommen.“

„Wir sehen in der Förderung eine ausgezeichnete Chance, die gelebte kulturelle Vielfalt der Region verstärkt in die schulische Bildung zu tragen“, ergänzt Dr. Stephan Muschick, Geschäftsführer der RWE Stiftung.

Die Stipendiaten erhalten monatlich 650 Euro sowie Büchergeld. Außerdem können sie in Seminaren und Akademien ihre persönlichen, pädagogischen und psychologischen Kompetenzen individuell erweitern und frühzeitig Netzwerke für das spätere Berufsleben knüpfen.

Ulas Kalayci wurde 1988 in Dortmund geboren, seine Eltern stammen aus der Türkei. Er studiert im ersten Semester an der UDE Sozialwissenschaften und Mathematik auf Lehramt für Haupt-, Real- und Gesamtschulen und möchte seinen späteren Schülern als Identifikationsfigur dienen: „Die Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund, die zur Hauptschule gehen und oder ohne Abschluss die Schule verlassen, ist überproportional hoch. Als Lehrer mit Migrationshintergrund kann ich einen anderen Zugang zu ihnen finden und sie somit für die Gesellschaft gewinnen.“ Das Thema Integration liegt Kalayci auch außerhalb der Universität sehr am Herzen. Seit 2008 arbeitet er ehrenamtlich beim Dortmunder Verein Alternative Lebenshilfe Yasamevi, der sich um Jugendliche aus dem Dortmunder Norden und Westen kümmert.
Mohamad Ali El Chaikh Ali wurde 1984 im Libanon geboren: Als er ein Jahr alt war, kam er mit seinen Eltern nach Deutschland. Seine Familie lebt mit geringen finanziellen Mitteln, was für den jungen Lehramtsstudenten jedoch nie ein Hindernis auf dem Weg zu seinem Traumberuf war. Mittlerweile ist er ausgebildeter Fremdsprachenassistent und studiert seit 2007 an der UDE die Fächer Englisch und Geschichte auf Lehramt für Haupt-, Real- und Gesamtschulen. „In diesen Schulformen haben die meisten Jugendlichen einen Migrationshintergrund“, erklärt Mohamad Ali. „Ich habe mich deshalb bewusst für diese Schulform entschieden.“ Als künftiger Lehrer sieht sich der junge Student in der Verantwortung, Kindern aus ähnlichen Verhältnissen wie den seinen, zu helfen und eine Perspektive aufzuzeigen.


Weitere Informationen: http://www.horizonte.ghst.de

Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429


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