Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Verstorben: Prof. Dr. Folkert Rickers
Verstorben: Prof. Dr. Folkert Rickers

UDE trauert um renommierten Religionspädagogen

Professor Folkert Rickers verstorben

[18.01.2011] Die Universität Duisburg-Essen trauert um Prof. Dr. Folkert Rickers, der jetzt im Alter von 72 Jahren verstorben ist. Der Professor für Religionspädagogik, der 1987 an die Gerhard-Mercator-Universität Duisburg berufen worden war, lehrte und forschte über seine Emeritierung 2003 hinaus am Institut für evangelische Theologie der UDE. Er hat maßgeblich den Begriff des interreligiösen Lernens geprägt, die gleichnamige Arbeitsstelle an der Uni mitbegründet und neue Akzente in der interkulturellen Religionspädagogik gesetzt. Einen Namen machte sich Rickers außerdem durch seine Forschungen zur Geschichte der Religionspädagogik im Nationalsozialismus.

Der gebürtige Oldenburger studierte von 1959 bis 1964 Evangelische Theologie in Bethel, Zürich, Heidelberg und Göttingen. 1967 wurde Rickers in Heidelberg promoviert. Nach Vikariat, Ordination und einigen Jahren als Assistent an der PH Oldenburg wurde er 1972 Akademischer Oberrat für Evangelische Theologie und ihre Didaktik an der PH Rheinland, Abteilung Aachen, wo er sich 1978 auch habilitierte. 1982 wurde Rickers an der RWTH Aachen zum Professor ernannt. Fünf Jahre später folgte er dem Ruf an die Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, wo er den Lehrstuhl für Evangelische Theologie/Religionspädagogik übernahm.

Rickers interessierte, wie Menschen mit unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Bindungen miteinander leben und lernen können. Er förderte den Dialog, konzipierte neue Unterrichtsmaterialien und setzte neue Impulse in der Ausbildung von Religionslehrern. Als er 1996 gemeinsam mit seinem Duisburger Kollegen Prof. Dr. Eckart Gottwald die Arbeitsstelle interreligöses Lernen (AiL) gründete, fand das bundesweit Beachtung.

Mehrere Forschungsprojekte, u.a. zum „Bruderkrieg in der Thüringer evangelischen Kirche 1933–1938“ und zur politischen Dimension des Religionsunterrichts, schloss Rickers im letzten Jahr ab. Zuletzt arbeitete er an einer Biografie zu Hugo Rönck (1908-1990). Dieser war im Dritten Reich Präsident bzw. Landesbischof der Thüringer evangelischen Kirche, außerdem NSDAP-Mitglied und zählte zu den radikalsten unter den Deutschen Christen, einer antisemitischen und am Führerprinzip orientierten Strömung.

Rickers war nicht nur ein leidenschaftlicher Wissenschaftler, seine Liebe galt ebenso der Musik. Bis zu seinem Lebensende spielte er in verschiedenen Orchestern Kontrabass.


Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429


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