Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Optoelektroniker mit neuer Technologie auf der Laser-Messe

Überholspur für die Datenautobahn

[08.05.2013] Mal eben die neuesten Mails checken und danach noch kurz bei Facebook vorbeischauen – natürlich alles vom Handy aus. Was für die Nutzer von Smartphones heute völlig selbstverständlich ist, beeinträchtigt erheblich die drahtlosen Netzwerke. Denn immer größere Datenmengen müssen übertragen werden – bis 2015 werden sie das übertreffen, was über die Kabelverbindungen fließt. Um mit dieser großen Nachfrage klar zu kommen, wird an verschiedenen Möglichkeiten geforscht. Eine präsentieren die Optoelektroniker der Universität Duisburg-Essen (UDE) ab 13. Mai auf der Messe ‚Laser World of Photonics‘ in München.

Das Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik (ZHO) stellt das europäische Projekt iPHOS vor, in dem Funksender für ultraschnelle Glasfasernetze entwickelt werden (Halle B2, Stand 520). „Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, ein schnelles, drahtloses Netz mit hohen Datenraten zur Verfügung zu stellen, das nicht teuer sein muss“, sagt Projektleiter Dr. Andreas Stöhr.

Deshalb haben sich die Wissenschaftler mit einem Szenario beschäftigt, in dem es auf jede Sekunde ankommt: dem Flugzeuggate. Denn während eine Maschine neu betankt und beladen wird, findet auch ein Datenaustausch statt. Aktuelle Wetterinformationen, die neuesten Daten zur Flugroute und neue Videofilme für das Entertainment an Bord müssen ins Flugzeug – „und das so schnell wie möglich; Zeit ist Geld, zusätzlich zu warten, keine Option“, erklärt Projektmitarbeiter Vitaly Rymanov.

Die Lösung: eine Datenverbindung zwischen dem Terminal und dem Flugzeug, die eine sehr hohe Datenrate hat. Dies ist bisher ausschließlich über ein glasfaserbasiertes Kabelnetzwerk möglich. „iPHOS bietet nun eine Alternative, eine 70 GHz Funkstrecke“, so Andreas Stöhr. An dieser hat sein Team gemeinsam mit der TU Berlin getüftelt. Das Modul kann an das ultraschnelle Glasfasernetz des Flughafens angebunden werden – kosteneffizient und mit einem niedrigen Energieverbrauch. Es funktioniert durch optische Chips „wie etwa schnelle Photodioden sowie elektronische Verstärkerchips – die haben wir hier an der UDE entwickelt. Den kompletten 70 GHz iPHOS Funksender mit Glasfaseranschluss werden wir in München präsentieren.“

iPHOS schafft nun bereits eine schnelle Funkstrecke mit Datenraten von mehr als 1.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) – das ist etwa zehnmal schneller als der neue Mobilfunkstandard LTE. „Wir können mit unserer optischen Technologie aber auch noch viel schnellere Funksender bauen“, so Stöhr. „Bereits 2009 konnten wir auf einer internationalen Messe eine Funkstrecke mit 30.000 Mbit/s zeigen. Das war damals Weltrekord. Jetzt forschen wir gemeinsam mit drei weiteren Fachgebieten der Uni an Funksendern, die 100.000 Mbit/s und mehr schaffen. Mit jeder Funkstrecke könnten wir dann gleich mehrere tausend Kunden mit schnellem Internet bis zu 100 Mbit/s versorgen – und das ohne die sehr teure Verlegung von Glasfasern zu den Endkunden.“


Weitere Informationen: Dr. Andreas Stöhr, Tel. 0203/379-2825, andreas.stoehr@uni-due.de; Vitaly Rymanov, Tel. 0203/379-4634, vitaly.rymanov@uni-due.de

Redaktion: Isabelle De Bortoli, Tel. 0203/379-2429


Bildhinweis:
Ein Foto zu dieser Pressemitteilung (Bildbeschreibung: Eine Innovation made in Duisburg-Essen: Funksender iPHOS mit der trichterförmigen Hornantenne und der Glasfaser. Das Zwei-Euro-Stück verdeutlicht die Größenrelation. Foto: UDE) können Sie herunterladen unter:
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