Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Chemikern Sarah Willach optimiert Analyseverfahren

Wie belastet ist das Wasser?

[02.10.2013] Sie stecken in Pflanzenschutzmitteln ebenso wie in Medikamenten oder Löschmitteln; sie helfen, Textilien zu imprägnieren und Oberflächen zu beschichten. Doch so sehr Organofluorverbindungen nutzen, einige – darunter PFT – belasten auch die Umwelt, weil sie biologisch nicht abbaubar sind. Um solche Verunreinigungen im Wasser nachzuweisen, gibt es derzeit nur zwei standardisierte Verfahren. Sie erfassen höchstens zehn Einzelstoffe; vieles, was kritisch sein könnte, wird somit nicht gemessen. Sarah Willach von der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat mit ihrer Masterarbeit in Water Science den Grundstein dafür gelegt, dass die Untersuchungen künftig breiter angelegt sein könnten.

Der Großteil der poly- und perfluorierten Verbindungen (PFT) kommt in der Natur nicht vor, er ist menschgemacht. Weil PFT sehr stabil sind, setzt die Industrie sie in vielen Varianten ein. Einige dieser Verbindungen stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Das hat auch den Ruf nach zusätzlichen Verfahren laut werden lassen. Bisher ist die Einzelanalytik die einzige Möglichkeit, ihnen auf die Spur zu kommen. Ergänzend hierzu hat Sarah Willach nun einen Gruppenparameter optimiert, mit dem sich die Organofluorbelastung in Gewässern umfassender bestimmen lässt.

Für diese vielversprechende Methode hat die 25-Jährige mit einer Doktorandin vom Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe zusammengearbeitet, dort im Labor experimentiert „mit Proben aus dem Rhein von Duisburg bis Basel“, sagt sie. Eigentlich hatte sie sich mit anderen teils schwer abbaubaren Substanzen beschäftigen wollen – mit Süßstoffen.

Gut, dass es anders gekommen ist. Fachkreise interessieren sich für die Ergebnisse, Sarah Willach wird sie jetzt auf verschiedenen Konferenzen vorstellen; sie nimmt Ende September den Studienpreis des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs entgegen, und sie hat ihr Studium mit Traumnoten beendet: 99 von 100 Punkten gab es für die Arbeit, 97 von 100 für den Master insgesamt. 1,0 steht auf dem Zeugnis.

„Das hat bislang nur ein anderer zuvor geschafft“, ist Betreuer Prof. Dr. Torsten C. Schmidt beeindruckt. Er hat der talentierten Wasserchemikerin denn auch angeboten, in seiner Arbeitsgruppe zu promovieren. Das tut Sarah Willach nun auch und bleibt damit dem Fach ebenso treu wie der Region. Eine ähnliche Offerte der Wissenschaftler in Karlsruhe schlug die Oberhausenerin nämlich aus.


Weitere Informationen: Sarah Willach, Tel. 0201/183-6792, sarah.willach@uni-due.de

Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429


Bildhinweis:
Ein Foto zu dieser Pressemitteilung (Bildbeschreibung: Sarah Willach hat ein Verfahren verbessert, mit dem sich mehr belastende Substanzen in Gewässern nachweisen lassen. Foto: Frank Preuß/UDE) können Sie herunterladen unter:
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