E-Learning-Netzwerktag 2019

4. E-Learning-Netzwerktag an der UDE

Der 4. E-Learning-Netzwerktag stand unter dem Motto „Digitalisierungsbezogene Kompetenzen in der Lehre“. Etwa 120 Teilnehmende fanden sich am 28. März 2019 am Campus Essen ein, um sich über aktuelle Projekte und Themen rund um die Digitalisierung in Studium und Lehre an der Universität Duisburg-Essen (UDE) auszutauschen. Im Verlauf des Tages konnten sich Studierende, Lehrende und Interessierte in acht Workshops und 13 Posterpräsentationen über neue Entwicklungen und Angebote an der UDE informieren. Der E-Learning-Netzwerktag wurde wie in den vergangenen Jahren von der E-Learning-Allianz der UDE organisiert und durchgeführt. Dieses Mal waren als Kooperationspartner das Verbundprojekt Digitale Hochschulbrücke westliches Ruhrgebiet/Niederrhein [bridge] und die Ruhr Campus Academy (RCA) beteiligt.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die Prorektorin für Studium und Lehre, Professorin Dr. Isabell van Ackeren (Video), die Teilnehmenden und zeigte u. a. die bisher erreichten Ziele und Entwicklungen im Rahmen der Strategie zur Digitalisierung in Studium und Lehre auf. Im Anschluss stellte die E-Learning-Koordinatorin, Marianne Wefelnberg (Video), die Maßnahmenbereiche und die organisationale Struktur sowie die beteiligten Akteurinnen und Akteure innerhalb der Strategie vor. Der Begrüßungsteil endete mit der Vorstellung der Online-Weiterbildungsangebote durch den Geschäftsführer der Ruhr Campus Academy, Jürgen Scholz (Video).

Workshops Digitalisierung in Studium und Lehre

Nach einer kurzen Pause ging es dann für die Teilnehmenden in die erste Runde der Workshops. Im Workshop des Projekts [bridge] stellten die Projektmitarbeitenden an Gruppentischen die vier Handlungsfelder des Projekts vor. Dazu gehören neben „Moodle“, „Videostreaming“ und „Elektronisches Prüfen“ auch das Thema „Open Educational Resources (OER)“. Im Zuge der Vorstellung des OER-Repositories der UDE wurde an diesem Gruppentisch beispielsweise über die Möglichkeit diskutiert, wie freie Lehr-/Lernmaterialien konkret für die Lehre aufbereitet und auch für Studierende nutzbar gemacht werden können.

In einem weiteren Workshop stellten Patrick Hintze (stellv. Geschäftsführer ZHQE) und Tobias Hoffmann (ZHQE) die internen und externen Fördermöglichkeiten für eigene Innovationen in der Lehre an der UDE vor. Dazu berichteten Lehrende, die bereits eine Förderung erhalten haben, von ihren Erfahrungen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurden Leitfragen diskutiert, z. B. „Wie komme ich von der Idee zum Antrag?“ oder „Wie finde ich geeignete Kooperationspartner*innen und weitere Unterstützung?“.

Im Workshop zu „Virtual und Augmented Reality in der Hochschullehre“ wurden zwei Projekte vorgestellt. Jennifer Fromm (Fachgebiet Professionelle Kommunikation in elektronischen Medien/Social Media) stellte das ERASMUS+-Projekt Virtual Reality in Higher Education: Application Scenarios and Recommendations vor, welches zum Ziel hat, den Einsatz von prototypischen VR-Anwendungen in der Hochschullehre zu untersuchen und Leitfäden zur Nutzung von Virtual-Reality-Szenarien zu entwickeln. Im Projekt wird betrachtet, inwiefern virtuelle Vorlesungen die unterschiedlichen Anforderungen einer gelungenen Lehrveranstaltung erfüllt und welche Kriterien Akteure hier für wichtig erachten. Erste Ergebnisse einer Befragung wurden während des Workshops vorgestellt.

Das Projekt Augmented Reality Chemistry (ARC) wurde von Dr. Sebastian Habig (Fachbereich Didaktik der Chemie) vorgestellt. Augmented (übersetzt: erweitert) Reality ermöglicht die direkte Projektion von virtuellen, dreidimensionalen Objekten in die reale Umgebung mithilfe von entsprechender Software. Neben der Chemie präsentierte Herr Habig noch weitere Fachgebiete, in denen AR sinnvoll eingesetzt werden kann. Anhand der Fragen aus dem Plenum ließ sich erkennen, dass die VR- und AR-Technologien großes Interesse hervorrufen. Es wurde dabei kritisch betrachtet, ob bestimmte Lernziele mithilfe von Virtual- oder Augmented Reality erreicht werden können, z. B. die Visualisierung von Modellen, die bisher selbstständig von den Lernenden geleistet werden mussten.

Während des Workshops „Rettet E-Learning die Weiterbildung“ diskutierte Jürgen Scholz (RCA) mit den Teilnehmenden die Besonderheiten von E-Learning in der Weiterbildung. Es wurde u. a. festgehalten, dass Kommunikation und Netzwerken zwischen Lehrenden und Studierenden sowie den Studierenden untereinander trotz der digitalen Angebote unverzichtbar ist.

Impulsvortrag

Nach der Mittagspause hielt Professor Dr. Michael Kerres (Video) einen Vortrag mit dem Titel „Digitale Kompetenzen: Gibt es sie überhaupt?“ und warf einen Blick auf die große Anzahl an Kompetenzmodellen und ihre Kriterienkataloge. Er stellte die Frage, welche Kompetenzen sich (auch in Hinblick auf digitale Medien) generisch auf verschiedene Fächer übertragen lassen und welche eher domänenspezifisch sind. Dazu stellte er u. a. das Planungsmodell Technological Pedagogical And Content Knowledge (TPACK) vor, das Schnittstellen zwischen dem Wissen innerhalb einer Fachdidaktik (Content Knowledge), den technischen Kenntnissen (Technological Knowledge) und dem pädagogischen Wissen (Pedagogical Content) identifiziert, die von Lehrenden benötigt werden.

Workshops Förderung digitalbasierter Kompetenzen

„Digitales Lehren und Lernen in der Lehrer/-innenbildung“ standen im Mittelpunkt eines der Workshops im Nachmittagsprogramm, der von Dr. Anja Pitton (Geschäftsführerin ZLB) und Björn Bulizek (ZLB) durchgeführt wurde. Während der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmenden einen Überblick über bereits bestehende Projekte und Möglichkeiten der Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren in der Lehrer/-innenbildung an der UDE verschaffen. Anhand von ausgewählten Beispielen wurde die Vielfalt der Angebote und Maßnahmen deutlich. So wurden beispielsweise die Fellowship-Projekte Digitale Lehrertasche von Professorin Dr. Inga Gryl (Didaktik des Sachunterrichts) und Texte annotieren, kommentieren und diskutieren in Inverted-Classroom- und Peer-Feedback-Szenarien von Professor Dr. Michael Beißwenger (Institut für Germanistik) vorgestellt. Ihre Angebote ebenfalls vorgestellt haben Mitarbeitende der AG Digitalisierung in der Lehrerbildung aus dem Projekt ProViel sowie die AG Schule und Medien vom Learning Lab.

Lernräume so zu gestalten, dass Studierende eigene Projekte und Ideen ausprobieren und in Lerngruppen gemeinsam an Ergebnissen arbeiten können. Darauf lag der Fokus beim Workshop „SkillsLab, MakerSpace und IoT-Garage“. Es wurde besprochen, wie virtuelle und physische Räume verknüpft werden können. Dadurch bietet sich für Lehrende die Möglichkeit, ihre didaktischen Konzepte auszuprobieren. Studierende können die Umgebung nutzen, um eigene Projekte umsetzen und in Lerngruppen zusammenzuarbeiten. Im Rahmen des von Dr. Anke Petschenka (UB) moderierten Workshops wurden mehrere Projekte vorgestellt:

  • Professorin Dr. Nicole Pfaff (Projekt ProViel) präsentierte die Skills Labs, die nach unterschiedlichen Konzepten aufgesetzt sind. MethodenLabs und CaseLabs werden zur Nutzung von digitalen Medien für das Lehren und Lernen angeboten und PraxisLabs als rein physische Lehr-/Lernräume.
  • Professorin Dr. Bärbel Barzel und Professor Dr. Florian Schacht referierten über mathematische Werkzeuge in der Lehre und im Studium, die mit den Schwerpunkten eingesetzt „Mathematik lernen mit Medien“, „Medieneinsatz bewusst gestalten“ und „Denk- und Lernprozesse beim Medieneinsatz anregen“ eingesetzt werden.
  • Der sich anschließende Input von Professor Dr. Gregor Schiele zu Internet of Things (IoT) – Garage ging auf smarte Technik ein. Nach dem IoT-Konzept werden zunehmend „intelligente“ Geräte produziert, die mit dem Internet und anderen Geräten vernetzt sind und uns dadurch zusätzliche Informationen anbieten. Studierende am Fachgebiet „Eingebettete Systeme der Informatik“ können in einem entsprechend ausgestatteten Lernraum selbst an der Erstellung von intelligenten Systemen arbeiten. 

Der von Björn Zurmaar (paluno-Institut) angebotene Workshop „E-Assessment an der UDE – Praxisbeispiele und Impulse für die eigene Lehre“ befasste sich schließlich mit der Implementierung verschiedener E-Assessment-Tools in die Lehre und ihren Vor- und Nachteilen. Zu den Beispielen aus der Praxis gehörte neben Moodle als ergänzende Unterrichtsplattform für Sprachkurse auch JACK und LPLUS zur Durchführung von E-Klausuren. Die Systeme wurden von Lehrenden aus Perspektive der praktischen Anwendung vorgestellt. Vor allem bei Klausuren mit einer hohen Teilnehmendenzahl wurde von den Referentinnen und Referenten rückgemeldet, dass eine PC-gestützte Klausur einen enorm verringerten Arbeitsaufwand darstellt. Zudem ist es möglich, eine große Diversität an Fragentypen zu erstellen, die anhand von individuell programmierbaren Punkteverteilungen bewertet werden.

Darya Hayit und Tatjana Steinhaus (beide Learning Lab) stellten in ihrem Workshop „Digitale Lehre gestalten & Lernaktivitäten fördern: Was bedeutet E-Moderation für die Lehre?“ die Besonderheiten der Online-Kommunikation vor. Es wurde aufgezeigt, dass sich Kommunikation im virtuellen Raum nicht von alleine einstellt, sondern gerade zu Beginn einer Anleitung durch Moderatorinnen und Moderatoren bedarf. Anhand des 5-Stufenmodells von Gilly Salmon lässt sich eine solche Anleitung schrittweise umsetzen. Entsprechend wurde während des Workshops in Gruppen zu jeder Stufe und anhand eines Beispiels eine passende Aufgabe erarbeitet.

Ausblick

Zum Schluss gab Frau Professor Dr. Isabell van Ackeren einen Ausblick auf den nächsten E-Learning-Netzwerktag (Video), bei dem der Schwerpunkt auf die Themen „Diversity und gesellschaftliche Verantwortung“ gelegt werden wird. Sie lud insbesondere die Studierenden ein, sich aktiv an der Gestaltung des nächsten E-Learning-Netzwerktags zu beteiligen