Abteilung für Landesgeschichte der Rhein-Maas-Region

Eine Karte der Rhein-Maas-Region
Hantsche, Irmgard: Atlas zur Geschichte des Niederrheins, Bd. 2 (Schriftenreihe der Niederrhein-Akademie 8), Bottrop 2008, S. 25.

Landesgeschichte der Rhein-Maas-Region


Landesgeschichte“ ist ein Begriff, der in der Vergangenheit stetig diskutiert und häufig neu erfunden worden ist. Mittlerweile haben sich die ursprünglichen Gegensätze zwischen der „alten" Landesgeschichte und einer moderneren „Regionalgeschichte" weitgehend abgeschliffen. Der mit dem InKuR fest verbundene Lehrstuhl für Landesgeschichte der Rhein-Maas-Region an der Universität Duisburg-Essen beinhaltet bereits in seinem Namen beide Disziplinen, deren gemeinsamer besonderer Reiz darin besteht, Menschen mit der Geschichte der Region, in der sie leben, bekannt zu machen und damit das Bewusstsein für die Historizität des eigenen Lebensraumes zu fördern.

Die Beschäftigung mit der Geschichte „vor Ort" und „der Region" vermag besonders zu motivieren und Initiativen zu wecken, historischen Phänomenen auf den Grund zu gehen. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Motivation von Schülern und Studierenden kommt dem eine besondere Relevanz zu. Landesgeschichte muss aber dabei, um der zunehmenden Bedeutung der Faktoren Migration und Europäisierung Rechnung zu tragen, zumindest zum Teil neue Wege gehen. Insbesondere muss sie Menschen, die in der Region eine neue Heimat gefunden haben, die Chance bieten, sich ebenfalls über das Interesse und das Engagement für Geschichte mit ihr zu identifizieren. Zudem muss die Raumkonzeption „Rhein-Maas“, nicht zuletzt in Anbetracht der in den Geschichtswissenschaften gerade in den letzten Jahren im Rahmen des „spatial turn“ vermehrt diskutierten Tatsache, dass Begriffe wie „Land“, „Region“ und „Raum“ von Menschen stets neu konstruiert und definiert werden, eine offene, wenngleich nicht beliebig offene Konzeption sein. Wie werden uns immer wieder auch mit dem westfälischen Ruhrgebiet beschäftigen und uns Themenfeldern aus dem Benelux-Raum zuwenden, auch wenn der „Rhein-Maas-Raum“ im engeren Sinne damit zuweilen überschritten wird.