Meldungen aus der UDE

© Clason, Jin und Kunisch 2010*/Montage UDE

UNIKATE zur Mathematik erschienen

„Lineare Modelle sind langweilig“

von Birte Vierjahn | 15.05.2019 | Forschung|Presseinfo

Es geht um gemalte Nikoläuse, Eisflächen, Apartments und die kürzeste Verbindung zwischen vier quadratisch angeordneten Punkten. Zumindest für den Laien. Für Mathematiker steckt natürlich mehr hinter den Beiträgen der 53. Ausgabe des UDE-Wissenschaftsmagazins UNIKATE, die soeben erschienen ist.

Unter dem Titel „Herausforderung des Nichtlinearen“ beschäftigt sich das 124 Seiten starke Heft mit den Forschungsschwerpunkten der Fakultät: Algebraische Geometrie, Didaktik, Analysis, Optimierung, Stochastik und Numerik.

Für den Laien erklärt ein Beitrag der Didaktiker gut, was „nichtlinear“ bedeutet: Ein Maler pinselt einen 56cm großen Nikolaus auf ein Fenster und verbraucht dafür 6 ml Farbe. Für ein auf 168cm Höhe vergrößertes Modell desselben Heiligen benötigt er … nein, nicht 18ml. Da sich nicht nur die Höhe, sondern auch die Breite und damit die ganze Fläche des Bildes vergrößert, verneunfacht sich der Farbverbrauch deutlich auf 54ml.

Von abstrakt bis angewandt

Strömungsmechanik beruht genauso wie die moderne Bildverarbeitung auf solchen mathematischen Modellen. „Die meisten relevanten Prozesse in Natur und Technik sind genau wie die interessanten Zusammenhänge in der Mathematik nichtlinear“, sagt Prof. Dr. Gerhard Starke, federführender Autor und Dekan der Mathematik von 2016 bis 2018 im Vorwort. „Lineare mathematische Modelle sind dagegen in der Regel eher langweilig.“ Das Magazin beleuchtet daher in 13 Beiträgen, die von abstrakt zu angewandt sortiert sind, unterschiedliche Aspekte nichtlinearer Modelle.

Seit 1991 erscheint die Publikation mit Beiträgen über zentrale UDE-Forschungsfragen in der Regel zweimal jährlich.

Die Momentaufnahme der Mathematik an der UDE ist für 7,50 Euro im Buchhandel zu erwerben (ISBN 978–3–934359–53–6, ISSN 1869–3881).

Im Bild: Die mathematische Bildbearbeitung befasst sich mit Verfahren, die aus verrauschten, unscharfen, oder unvollständigen Aufnahmen (Mitte) eine Näherung (rechts) an das ursprüngliche Bild (links) berechnen.

* Clason, C., Jin, B. und Kunisch, K. (2010), A duality-based splitting method for 1–TV image restoration with automatic regularization parameter choice, SIAM Journal on Scientific Computing 32.3, S. 1484–1505, doi: 10.1137/090768217.


Weitere Informationen:
www.uni-due.de/unikate/unikate_053.html​​​​​​​
Prof. Dr. Gerhard Starke, Tel. 0201/18 3-2339, gerhard.starke@uni-due.de

Redaktion: Birte Vierjahn, Tel. 0203/37 9-2427, birte.vierjahn@uni-due.de