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© UDE/Frank Preuß

ARD-Mitmachaktion #UnsereFlüsse

Untersucht Bäche und Flüsse

  • von Juliana Fischer
  • 21.05.2024

Die Wasserqualität von großen Flüsse wie Rhein, Neckar oder Donau wird regelmäßig untersucht. Doch wie steht es um die kleinen Bäche, die sich durch Wiesen und Feldern schlängeln? Darüber wissen wir nur wenig. Der ökologische Zustand unserer Bäche wird nur selten erfasst, obwohl sie rund 70 Prozent unserer 500.000km Fließgewässer ausmachen. In der ARD-Mitmachaktion #UnsereFlüsse ruft Moderatorin Jessy Wellmer dazu auf, die Wissenslücke gemeinsam zu schließen. Die Professoren Florian Leese und Daniel Hering von der UDE unterstützen die Aktion als wissenschaftliche Berater.

Nur acht Prozent der deutschen Flüsse sind ökologisch gesund, so das Umweltbundesamt. Und wie steht es um die kleinen Bäche? „Finden wir es gemeinsam bei der Mitmachaktion heraus“, sagt Prof. Dr. Florian Leese. Der Experte für aquatische Biologie wird gemeinsam mit einem Team des Zentrums für Wasser- und Umweltforschung (ZWU) Analysen zur biologischen Vielfalt in ausgewählten Bächen und Flüssen vornehmen. „Dazu untersuchen wir die sogenannte Umwelt-DNA. Als Umwelt-DNA werden Erbgutfragmente bezeichnet, die von Lebewesen in die Umwelt abgegeben werden. Zum Beispiel durch Kot oder Hautreste.“ Über die gesammelte DNA lassen sich sehr präzise Aussagen darüber treffen, welche Tiere in einem Bach leben, ohne nur einen Fisch oder Frosch zu fangen.

„Die gesammelte DNA wird im Labor sequenziert, wir nutzen die Methode des Umwelt-DNA-Metabarcodings“, erklärt Leese. Bei der Methode werden die in der Mitmachaktion gesammelten Wasserproben gefiltert und die DNA-Fragmente aus dem Wasser isoliert, anschließend über eine Polymerasekettenreaktion vervielfältigt und die Buchstabenabfolge ausgelesen (‚sequenziert‘). Mit Hilfe der Sequenzen erhalten die Forschenden Einblicke in die Organismen, die in dem Gewässer leben ohne, dass die Organismen selbst gefangen werden müssen.

"Bei der ARD-Mitmachaktion wichtiger ist aber die aktive Teilnahme möglichst vieler Personen selbst in der Natur, um wichtige Daten zum Zustand der Gewässer zu erheben. Diese Erhebungen ersetzen zwar nicht die Beurteilung durch Expert:innen, aber sie liefern wichtige ergänzende Daten z.B. zum Trockenfallen der Gewässer und zur Wirkung von Renaturierungen", so Florian Leese.

An der ARD-Mitmachaktion kann jede:r teilnehmen. Fragebogen mitnehmen, den nächsten Bach im Wäldchen oder auf der Wiese aufsuchen und das Flüsschen begutachten. Fließt es frei und in Kurven, ist das Ufer naturbelassen? Der Fragebogen führt die Teilnehmenden durch eine systematische Analyse des Flusses. Die Bach-Begutachtungen werden in einer Deutschlandkarte auf DasErste.de/unsereFluesse veröffentlicht. Zudem werden daraus 30 Bäche ausgewählt, die vom UDE-Team hinsichtlich ihrer Biodiversität untersucht werden.

Die UDE hat einen deutschlandweit einzigartigen Schwerpunkt im Bereich der Wasserforschung. Forschende aus den Disziplinen Biologie, Chemie, Medizin, Ingenieurwissenschaften sowie Geistes- und Gesellschaftswissenschaften haben in den letzten beiden Jahrzehnten eine exzellente inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit entwickelt.

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