Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Erster Gender-Report NRW „Geschlechter(un-) gerechtigkeit an Hochschulen“

Frauen auf dem Vormarsch

[15.12.2010] Frauen holen zwar auf, sind aber noch lange nicht auf der Überholspur – das ist das Fazit des ersten nordrhein-westfälischen Gender-Reports, den das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung heute im Beisein von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze offiziell vorstellt. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von derzeit 180 NRW-Wissenschaftlerinnen. Die Koordinierungsstelle ist an der Universität Duisburg-Essen (UDE) verortet.

Ein zentrales Fazit des 532-Seiten starken Berichts zur Geschlechtergerechtigkeit: Der Anteil der Hochschulabsolventinnen liegt mit 52 Prozent zwar über dem der männlichen Kommilitonen, bei den universitären Spitzenpositionen gibt es aber immer noch klaren Aufholbedarf. Der Frauenanteil in den Rektoraten beträgt 19 Prozent, in den Leitungsgremien der Fakultäten und Fachbereiche elf Prozent. Insgesamt liegt der Anteil der Professorinnen im Jahr 2008 bei 16,6 Prozent in Nordrhein-Westfalen und ist damit im letzten Jahrzehnt um sieben Prozent gestiegen.

Bei der Besetzung der Leitungspositionen ist die UDE nach Darstellung des Gender-Reports vorbildlich. "Vier der zehn Hochschulratsposten sind mit Frauen besetzt, außerdem gibt es neben zwei Prorektoren auch zwei Prorektorinnen, wobei eine Prorektorin für den Bereich 'Diversität' zuständig ist." Die bemerkenswerteste UDE-Fächergruppe aus Sicht der Geschlechtergerechtigkeit ist, so die Autorinnen, die der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Hier liegt der Frauenanteil beim hauptamtlichen wissenschaftlichen Personal und bei den Professuren deutlich über dem NRW-Durchschnitt. Mit 28,6 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich im Landesvergleich ist der Frauenanteil an den ProfessorInnen ohne deutschen Pass. Außerdem sind an der UDE auch deutlich mehr Studentinnen mit ausländischem Pass und deutschem Abitur ("Bildungsinländer") eingeschrieben (3,5 Prozentpunkte über dem Landesschnitt).

„Bei dem gegenwärtigen Tempo braucht es ein weiteres halbes Jahrhundert, um zu einem ausgewogenen Verhältnis zu kommen. Das ist eine Verschwendung von Chancen und Talenten, die nicht länger mit einem Schulterzucken hingenommen werden darf“, sagte Wissenschaftsministerin Schulze. Die Landesregierung hat sich selbst darauf verpflichtet, dass zukünftig 40 Prozent Frauen in Führungspositionen und Gremien vertreten sein sollen. „Hier sollten die Hochschulen nicht nachstehen“, appellierte Schulze.


Beate Kortendiek, Mitherausgeberin des unabhängigen Gender-Reports und Koordinatorin des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW ergänzte: „Um dem Ziel der geschlechtergerechten Hochschule näher zu kommen, sind zugleich gleichstellungspolitische Geduld wie Ungeduld erforderlich. Wir verbinden mit den vorgelegten Fakten, Analysen und den hochschulspezifischen Gender-Profilen die Hoffnung, dass sowohl Fortschritte wie Handlungsbedarfe sichtbar werden.“

Der Gender-Report wurde als Forschungsbericht erstmalig 2010 von dem Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung erstellt. Es ist geplant, diesen zukünftig im Drei-Jahres-Rhythmus zu veröffentlichen. Der Report steht zum Download bereit unter www.geschlechtergerechte -hochschule-nrw.de/genderreport.html.

Das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW ist ein vom Wissenschaftsministerium des Landes unterstützter Zusammenschluss von derzeit 180 Wissenschaftlerinnen an NRW-Hochschulen. Die Koordinierungsstelle hat ihren Sitz an der Universität Duisburg-Essen.

Weitere Informationen: Dr. Beate Kortendiek, Tel. 0201/183-6134, kortendiek@netzwerk-frauenforschung.de, www.netzwerk-frauenforschung.nrw.de

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430

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