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Soziologisches Kolloquium Sommersemester 2020
 

06.05.2020
Forschung am IfS: Paneldaten - Herausforderungen und Potentiale

Anne-Kristin Kuhnt
„Das Beziehungs- und Familienpanel pairfam in Forschung und Lehre”

Marcel Erlinghagen
„German Emigration and Remigration Panel Study (GERPS):
Methodische Herausforderungen einer transnationalen Längsschnittstudie”

Dawid Bekalarczyk, Eva Depenbrock
„Implementation der Ergebnisse panelanalytischer Modelle in die dynamische Mikrosimulation zur Verbesserung der Fortschreibung von Lebensverläufen”

Ab 14 Uhr können Sie sich in unseren virtuellen Raum begeben. Das Kolloquium beginnt um 14.15 Uhr.
[Zugang]
 

13.05.20
Fabian Hoose, Sophie Rosenbohm
(Institut Arbeit und Qualifikation - IAQ)
Digitale Selbständigkeit. Ansprüche von Blogger*innen und YouTuber*innen an Arbeit
[Abstract]

Ab 14 Uhr können Sie sich in unseren virtuellen Raum begeben. Das Kolloquium beginnt um 14.15 Uhr.
[Zugang]

 

27.05.20
Forschung am IfS: Familiensoziologische Perspektiven

Anja Steinbach, Lara Augustijn
„Betreuungsarrangements in Wechselmodellfamilien Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes 'Familienmodelle in Deutschland' (FAMOD)”

Marion Fischer-Neumann
„With a little help from my peers: Mitigating the intergenerational transmission of poverty”

Sebastian Willen
„Partnerschaftsauflösung aus der Perspektive des Paares”

Ab 14 Uhr können Sie sich in unseren virtuellen Raum begeben. Das Kolloquium beginnt um 14.15 Uhr.
[Zugang]

 

03.06.20
Janina Söhn, René Lehweß-Litzmann
(Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen - SOFI)
Die staatliche Arbeitsvermittlung als Türöffner? Berufliche Weiterbildung für Grundsicherungs-beziehende mit und ohne Migrationserfahrung
[Abstract]

Ab 14 Uhr können Sie sich in unseren virtuellen Raum begeben. Das Kolloquium beginnt um 14.15 Uhr.
[Zugang]

 

17.06.20
Marina Requena-i-Mora (Universitat de València)
Sociological analysis of the discourses system in praxis. Social representations of the envi-ronment.
[Abstract]

Ab 14 Uhr können Sie sich in unseren virtuellen Raum begeben. Das Kolloquium beginnt um 14.15 Uhr.
[Zugang]

 

01.07.20
Jenny Preunkert
(Institut für Soziologie, UDE)
Finanzialisierung der Staaten und die finanzielle Verletzlichkeit der Leute
[Abstract]

Ab 14 Uhr können Sie sich in unseren virtuellen Raum begeben. Das Kolloquium beginnt um 14.15 Uhr.
[Zugang]

(Bitte beachten Sie, dass der Zugangslink zum Online-Kolloquium kurzfristig ergänzt wird.)
Studierende und Kolleg*innen aller Fakultäten sind herzlich eingeladen, die hochschulöffentlichen Vorträge zu besuchen.

 

Abstracts und CVs zu den Veranstaltungen Institutskolloquium
IfS SoSe 2020

13.05.20
Fabian Hoose, Sophie Rosenbohm
(Institut Arbeit und Qualifikation - IAQ)
Digitale Selbständigkeit. Ansprüche von Blogger*innen und YouTuber*innen an Arbeit
[Abstract]

Blogs und Social Media-Plattformen wie YouTube oder Instagram erfreuen sich wachsender Beliebtheit und gewinnen auch als Werbeplattformen zunehmend an Bedeutung. Die Produktion der Inhalte er-folgt dabei in der Regel in Form von user generated content und ermöglicht neue Formen des selbst-ständigen Erwerbs. Es ist inzwischen möglich, professionell als (Video-)Blogger*in zu arbeiten und mit so erzielten Einnahmen den Lebensunterhalt zu bestreiten. Diese Formen selbstständiger Erwerbsar-beit sind dabei von spezifischen Bedingungen geprägt. So zahlen Leser*innen und Zuschauer*innen nicht direkt für den Inhalt, sondern die (Video-)Blogger*innen monetarisieren über Werbung, Sponso-ring und Produktplatzierungen die Aufmerksamkeit, die ihnen zuteilwird. Sie sind zudem an Regeln der Anbieter digitaler Infrastrukturen gebunden, über die Inhalte präsentiert und die Monetarisierung or-ganisiert wird. Dennoch bestehen niedrige Eintrittsbarrieren in eine derartige Selbstständigkeit, da nur geringe finanzielle Investitionen notwendig sind und kaum institutionelle Marktbeschränkungen be-stehen. Darüber hinaus behandeln Blogs und YouTube-Videos häufig alltägliche, private Themen (z.B. Familienleben oder Freizeitgestaltung) und verwandeln damit zunächst Nicht-Markliches in marktlich Verwertbares.

Vor diesem Hintergrund untersuchen wir in unserem Beitrag  die  Motive  von  (Video-)Blogger*innen, ihre Wege in die Selbstständigkeit sowie ihre subjektiven Ansprüche an und Vorstellungen von Arbeit. Der Vortrag stellt erste Ergebnisse des am IAQ durchgeführten Projektes

„Entgrenzte Arbeit im Netz: Bloggen und Vloggen als neue digitale Arbeitsformen“ vor (gefördert vom Mercator Research Center Ruhr) vor. Die empirische Datenbasis besteht in einer Analyse von rund 200 Blog-Posts und YouTube-Videos, in denen (Video-)Blogger*innen über ihre Arbeit, ihre Motive und Arbeitsbedingungen berich-ten, sowie leitfadengestützte Interviews mit 18 (Video-)Blogger*innen.

 

03.06.20
Janina Söhn, René Lehweß-Litzmann
(Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen - SOFI)
Die staatliche Arbeitsvermittlung als Türöffner? Berufliche Weiterbildung für Grundsicherungs-beziehende mit und ohne Migrationserfahrung
[Abstract]

Auch und gerade bei Zugewanderten sind Aus- und Weiterbildung zentral für Teilhabe am Arbeitsmarkt: Zwar finden unter Zugewanderten etliche direkt als Fachkraft Anstellung, andere aber haben entweder keine formale berufliche Ausbildung oder diese wird nicht als gleichwertig anerkannt. Arbeitslosigkeit und gering qualifizierte Beschäftigung treten (auch) deshalb gehäuft auf. Zugleich ist die staatliche Arbeitsverwaltung für sie ein besonders relevanter Gatekeeper zu Weiterbildung. Denn Migrant*innen fehlen oft finanzielle Ressourcen für privat finanzierte Bildungsangebote. In welchem Ausmaß und unter welchen Umständen bieten Jobcenter zugewanderten Arbeitsuchenden bildungsbezogene Maßnahmen an? Welche Differenzen bestehen diesbezüglich zu ALG-II-Empfänger*innen ohne Migrationserfahrung und welche Faktoren spielen auch innerhalb der heterogenen Gruppe der zugewanderten Arbeitslosen eine Rolle?

Unsere Untersuchung im Rahmen des DFG-Projekts „Grenzüberschreitende Bildungsverläufe“ basiert auf Daten der Wellen 9 bis 12 (2015–2018) des Panels Arbeitsmarkt und soziale Sicherung (PASS). Unser Sample besteht aus 6139 Person-Wellen, eingebettet in 3935 Individuen (davon 1647 mit und 2288 ohne Migrationserfahrung), die Arbeit suchen, Grundsicherung beziehen und mit einem Jobcenter in Kontakt stehen. Wir schätzen die Determinanten dessen, das Befragten von bestimmten Angeboten der Jobcenter berichten. Im Fokus steht berufliche Weiterbildung als abhängige Variable (neben dem Angebot sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung als wichtiges alternatives Outcome). Es zeigt sich u.a., dass Migranten deutlich häufiger berufliche Weiterbildungsangebote erhalten als einheimische Arbeitsuchende, insbesondere dann, wenn sie noch nicht lange in Deutschland leben. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird letzteren hingegen seltener angeboten als Einheimischen, während Migranten, die schon länger als zehn Jahre in Deutschland sind, signifikant mehr Angebote erhalten.

 

17.06.20
Marina Requena-i-Mora
(Universitat de València)
Sociological analysis of the discourses system in praxis. Social representations of the envi-ronment.
[Abstract]

This presentation focus on explaining how to conduct the “Sociological analysis of systems of discourse”  (ASSD) (Conde, 2009). According to Conde (2009), this type of analysis considers that social discourse can only be understood as taking a position against others. ASSD has two levels: the textual level, which studies the significance of the discourse, and the contextual level, which looks for links between social practices and socio-historical context. In order to carry out this type of analysis, Conde (2009) suggests developing a set of procedures: social positions, narrative configurations, and semantic spaces. We are going to explain how we developed such procedures in our own research.

The main purpose of this research was to analyse, from a comparative perspective, social representations and environmental and agrarian discourses with respect to protected areas flowing into the Mediterranean Sea  –the Albufera Natural Park  and the Ebre Delta Natural Park.  58 in-depth interviews and two discussion groups were conducted and analysed with different social actors living in the surroundings of these areas. The selected study areas were privileged spaces in which to study social representations of the environment because they condensed the socioecological conflict between capitalist economic growth and ecological degradation. These qualitative practices have allowed us to clarify how social position and socio-historical context can explain different sorts of understanding of the environs.

Biographical note

Marina Requena Mora, PhD in Sociology (University of Valencia, 2016) and specialist in qualitative research methods and environmental and agrarian studies. Currently works as a lecturer at the University of Valencia. She has been a visiting scholar in The University of Sheffield, The University of Manchester and The Autonomos University of Madrid. She worked as a social researcher at The University of València, The University of Barcelona, The Institut d’Estudis Catalans, The Acadèmia Valenciana de la Llengua and TNS. Her current research, financed by the Generalitat Valenciana and the European Social Foundation, investigates environmental behaviour and different lifestyles in the context of daily practices in rural and urban habitats.

Marina Requena-i-Mora
Departament de Sociologia i Anrtopologia Social
Estructura de Recerca Interdisciplinar en Sostenibilitat
Universitat de València

 

01.07.20
Jenny Preunkert
(Institut für Soziologie, UDE)
Finanzialisierung der Staaten und die finanzielle Verletzlichkeit der Leute
[Abstract]

Die globale Finanzmarktkrise und später die sogenannte Eurokrise haben die Verletzlichkeit und letzten Endes die Abhängigkeit der europäischen Staaten vom Finanzsektor deutlich ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Wissenschaft gebracht. In der Eurozone gelten vor al-lem das konsum- und damit auch das kreditbasierte Wirtschaftswachstum in der (südeuropä-ischen) Peripherie als Ursache für die anhaltenden makroökonomischen Spannungen und Spaltungen. Gleichzeitig ist auch bekannt, dass nachdem sich über Jahre die Lebensverhält-nisse zwischen den EU-Mitgliedern angenähert hatten, zu dem Preis, dass die soziale Ungleich-heit in den Staaten zunahm, nun eine wachsende soziale Divergenz inner- und zwischenstaat-lich konstatiert werden muss, was auch als doppelte Dualisierung bezeichnet wird. Allerdings konzentriert sich die vergleichende soziale Ungleichheitsforschung bislang vor allem auf die Einkommensverteilung, Fragen der sozialen Deprivation, Dimensionen der subjektiven sozia-len Ungleichheit und die Chancen auf den Arbeitsmarkt. Wenig bekannt ist dagegen, wie es um die Verschuldung der europäischen Bevölkerung bestellt ist. Dabei hat das Ausmaß und der Umfang von privaten Schulden weitreichende Folgen für die sozialen Ungleichheitsmus-ter, von den Chancen der Betroffenen an einer gesellschaftlichen Teilhabe ganz zu schweigen. In dem hier vorgeschlagenen Beitrag soll in einer explorativen Studie diese Lücke zumindest in Ansätzen geschlossen werden. Untersucht werden soll, welche finanzielle Verletzlichkeit die Bevölkerung der Eurozone aufweist und welche Personengruppen besonders von einer Verschuldung betroffen sind.