Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Neugierige Turmfalkenkinder. Foto: Marcus Schmitt ©
Neugierige Turmfalkenkinder. Foto: Marcus Schmitt ©

Turmfalken nisteten auf einem Gebäudedach

Ausgeflogen!

[23.07.2010] Schluss mit dem Hotel Mama: Nach einem Monat Nestwärme und weiteren vier Wochen in elterlicher Obhut mussten jetzt vier Turmfalkenjunge von ihrem Zuhause auf einem Gebäudedach der Uni Duisburg-Essen ausziehen. „Sie sind alt genug, sich ihr eigenes Revier zu suchen“, erklärt Dr. Marcus Schmitt, wie schnell Erwachsenwerden im Tierreich gehen kann. Der Zoologe hat die Greifvogelfamilie seit März mit Fernglas und Kamera am Essener Campus beobachtet.

Den etwa 35 Zentimeter großen Falco tinnunculus, so der lateinische Name, in Innenstädten anzutreffen, sei heutzutage nichts Ungewöhnliches, sagt Schmitt, der eigentlich Spinnenexperte ist. „Er bevorzugt hochgelegene Brutplätze, von daher ist die vierte Etage des Uni-Gebäudes optimal. Und ein Nistkasten hängt dort auch schon seit über 25 Jahren.“ Der allerdings blieb lange Zeit unbewohnt, bis – wohl auch durch die Eroberung neuer Lebensräume – seit 2003 nun zum dritten Mal ein Turmfalkenpärchen einzog. Ob es immer dasselbe ist? „Schon möglich“, meint Schmitt, „Rüttelfalken, wie sie wegen ihres speziellen Flügelschlags auch genannt werden, bleiben ein Leben lang zusammen.“

Nicht alle in der Umgebung haben die neuen Uni-Mitglieder allerdings mit Begeisterung aufgenommen: „Anfangs wollten Rabenkrähen die beiden Turmfalken aus ihrem Revier verjagen. ‚Hassen‘ nennen wir das, die Engländer sagen ‚mobbing‘ dazu. Aber unser Pärchen hat das nicht beeindruckt. Mitte April haben sie ihre Eier gelegt. Mitte Mai bemerkten wir dann, dass etwas geschlüpft sein muss.“ Die Eltern hatten ordentlich zu tun, um die hungrigen vier Mäuler zu stopfen. Womit? „Turmfalken jagen Wühlmäuse und andere Nagetiere, aber auch unerfahrene Jungvögel sind ihre Beute.“

Als der Nachwuchs neugierig seine Köpfe aus dem Nistkasten steckte, war Schmitt mit dem Fotoapparat dabei, auch die ersten Flugversuche konnte er festhalten. Die Eltern werfen ihre Kinder übrigens nicht sofort hinaus: In der ersten Zeit, nachdem sie flügge geworden sind, kommen die Jungen abends wieder nach Hause. Und noch mehrere Wochen lang halten sie sich in Nestnähe auf und werden von Mutter und Vater mit Nahrung versorgt.

Jetzt allerdings sieht Schmitt die Greifvögel nur noch aus der Ferne, wenn sie über dem Campus kreisen. Im kommenden Frühjahr, so hofft er, wird sich erneut Besuch auf dem Dach gegenüber einfinden.

Weitere Informationen: Dr. Marcus Schmitt, Tel. 0201/183-2454, marcus.schmitt@uni-due.de

Weitere Turmfalken-Bilder (Fotos: Marcus Schmitt ©)sind hier zu finden:
http://www.uni-due.de/imperia/md/images/samples/2010/bilderpressemitteilungen/turmfalke_vater___marcus_schmitt.jpg
http://www.uni-due.de/imperia/md/images/samples/2010/bilderpressemitteilungen/turmfalke_jungvogel___marcus_schmitt.jpg
http://www.uni-due.de/imperia/md/images/samples/2010/bilderpressemitteilungen/turmfalke_abflug___marcus_schmitt.jpg


Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429


Bildhinweis:
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