Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Beratungsangebote nach der Loveparade

Hilfe für Betroffene

[27.07.2010] Sie kamen um zu feiern, aber was sie bei der Loveparade erlebten, war der blanke Horror. Die schrecklichen Bilder rund um den Zugangstunnel machen fassungslos. Im Gedenken an die Opfer spricht das Rektorat den Angehörigen sein tiefstes Beileid aus: „Unser Mitgefühl gilt Ihnen und den zahlreichen Verletzten.“ Am kommenden Donnerstag, 29. Juli lädt die Hochschulleitung um 18 Uhr zu einer ökumenischen Trauerfeier in das Mercatorhaus am Duisburger Campus (Lotharstraße 57) ein. Der zentrale Trauergottesdienst findet am Samstag, 31. Juli in der Duisburger Salvatorkirche statt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Anlaufstellen, die professionelle Beratung bieten.

Viele Besucher der Loveparade, darunter auch Universitätsangehörige, leiden unter den traumatischen Ereignissen. Einrichtungen wie das Universitätsklinikum an der UDE bieten Betroffenen kurzfristig Beratung und Hilfe an. So gibt es am Klinikum die Traumaambulanz, die unter der Telefonnummer 0201 / 7227-521 zu erreichen ist. Wenn der Betroffene das Bedürfnis hat, kann es sehr hilfreich sein, kurz nach dem belastenden Erlebnis über diese Erfahrungen zu sprechen - sei es mit Freunden, der Familie, anderen Betroffenen oder professionellen Beratern. Dies gilt insbesondere bei Schlafstörungen oder wenn Bilder und Erinnerungen der Ereignisse belastend sind.

„Die wiederkehrenden aufwühlenden Bilder, das schmerzhafte Mitleiden ist auch eine heilsame und notwendige Reaktion des Gehirns, um das Geschehen zu verarbeiten“, erklärt Ulrike Schultheis von der Traumaambulanz, die in den letzten Tagen häufig Anlaufstelle für Loveparadebesucher war. „Wenn die Symptome nach zwei Wochen noch nicht abgeklungen sind, sollte man sich allerdings in fachärztliche Behandlung begeben.“
http://www.rk-essen.lvr.de/behandlungsangebote/ambulanzen/trauma.htm

Studierende, die mit dem Erlebten nicht fertig werden, können sich außerdem an das Akademische BeratungsZentrum Studium und Beruf der Uni (ABZ) wenden, das auch in den Semesterferien psychologische Betreuung bietet. „Wir gehen davon aus, dass die betroffenen Studierenden mit einer gewissen Zeitverzögerung zu uns kommen – nämlich dann, wenn sich die Erlebnisse auf die Leistungen auswirken“, sagt Elke Muddemann-Pulla, die mit ihrem Kollegen Bernd Göhing die Krisensprechstunden an beiden Campi anbietet. „Wir können eine Art "Erste Hilfe" leisten. Für eventuell erforderliche therapeutische Hilfe werden wir die Studierenden dann an geeignete niedergelassene Fachleute vermitteln.“
http://www.uni-due.de/abz/studierende/psychologische-beratung.shtml

UDE-Studierende, die selbst direkt oder indirekt Opfer des Loveparade-Unglücks in Duisburg geworden sind, können sich zudem an Professor Dr. Thomas Feltes vom Lehrstuhl für Kriminologie und Polizeiwissenschaft der Ruhr-Uni Bochum wenden. Der Jurist und Pädagoge bietet an, Hinterbliebene, Verletzte oder psychisch Betroffene bei Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen zu beraten und im weiteren Verfahren auch ohne Kosten zu unterstützen. (Kontakt: thomas.feltes@rub.de, oder unter 0173 / 31 70 807)

Außerdem hat auch die Polizei eine Hotline geschaltet. Wer wegen der schockierenden Erlebnisse ein persönliches Betreuungsangebot benötigt, kann unter der Telefonnummer 0201/82 98 091 um Hilfe bitten, ebenso unter folgender E-Mail-Adresse: Betreuungsangebot.Loveparade@polizei.nrw.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430