Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Politikwissenschaftler tagen in Duisburg

Wie sich Regieren verändert

[14.09.2010] Sie diskutieren demokratisches Regieren heute, morgen und übermorgen: Über 100 Politikwissenschaftler aus Deutschland tauschen sich vom 20. bis 22. September an der Universität Duisburg-Essen (UDE) über „Regieren, Government, Governance – Institutionen, Akteure und Politikfelder in vergleichender Perspektive“ aus. In verschiedenen Panels und Vorträgen geht es um Themen mit internationalem Bezug, darunter Sozialpolitik in Zeiten der Wirtschaftskrise, das Verhältnis von Politik und Ökonomie am Beispiel asiatischer Staaten bzw. Russland, Föderalismusreform, die Rolle von Verfassungsgerichten und internationalen Gerichtshöfen, Religion und Politik.

„Regieren ein klassischer Kernbegriff der Politikwissenschaft, aber Regieren ist nicht mehr das, was es in den Anfangsjahren der Politikwissenschaft einmal war: Staaten leiten, zu einem ‚guten‘ Ziel“, sagt Prof. Dr. Susanne Pickel. Die Inhaberin des UDE-Lehrstuhls Vergleichende Politikwissenschaft organisiert die Tagung federführend für die Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW).

„Globalisierung und die europäische Integration nehmen vielmehr Staaten und ihren Regierungen zunehmend die Gestaltungsmöglichkeiten, so dass sich heute die Frage stellt, wie viel und was sich eigentlich noch regieren lässt?“ Es gebe aber auch eine Entwicklung, so Pickel, die Regieren von oben nach unten nicht mehr als zeitgemäß betrachtet: Wichtiger sei es heute, Menschen aktiv einzubeziehen – Governance lautet der entsprechende Fachbegriff. Beide Entwicklungen werden auf der Agenda stehen.

Eröffnet wird die Tagung am Montag, 20. September, um 14 Uhr im LB 131 am Duisburger Campus mit Vorträgen von Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Arthur Benz (FernUniversität Hagen). Beide stellen aktuelle Forschungen und Perspektiven vor. Anschließend stehen elf verschiedene Themen-Workshops auf dem Programm.

Am Dienstag, 21. September, ab 17 Uhr im Duisburger Audimax wird es auch für die Öffentlichkeit spannend: Die Wissenschaftler laden zwei Politiker auf das Podium, um mit ihnen zu diskutieren, was und wie man heute noch regieren kann: Christian Lindner, Bundestagsabgeordneter und FDP-Generalsekretär, und Dr. Ralf Stegner, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein und Mitglied des SPD-Bundesvorstandes, sprechen dabei über „Gutes Regieren – kontrollieren, steuern oder laufen lassen?“.

Interessierte sind zu den Eröffnungsvorträgen und zur Podiumsdiskussion eingeladen. Um vorherige Anmeldung wird gebeten unter tagungvglpw@yahoo.de.


Weitere Informationen: http://www.dvpw.de/gliederung/sektionen/vergleichende-politikwissenschaft/tagungen/duisburg-2010.html
Prof. Dr. Susanne Pickel, Tel. 0203/379-1385 (Sekretariat), susanne.pickel@uni-due.de

Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429