Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Carreras Leukämie-Stiftung unterstützt neues Forschungsprojekt am Universitätsklinikum

Besserer Schutz für Leukämiepatienten

[06.08.2008] An der Universität Duisburg-Essen hat Prof. Dr. Ralf Küppers vom Institut für Zellbiologie in Kooperation mit Prof. Dr. Dietrich Beelen und Dr. Dr. Lambros Kordelas der Klinik für Knochenmarktransplantation ein neues Forschungsprojekt gestartet. Ziel des Projektes ist, das Immunsystem von Leukämiepatienten vor tödlichen Infektionen zu schützen und die Entstehung einer bestimmten Form von Lymphdrüsenkrebs zu verhindern.

„Leukämiepatienten besitzen nach der lebensrettenden Stammzelltransplantation für mehrere Wochen ein nur unzureichend funktionierendes Immunsystem. In diesem Zustand können sich Infektionserkrankungen, die für gesunde Menschen harmlos sind, tödlich auswirken. Zudem haben sie ein erhöhtes Risiko an einem sogenannten Posttransplantations-Lymphom zu erkranken. Dieses Lymphom ist ein spezieller Lymphdrüsenkrebs, der häufig bei transplantierten Leukämiepatienten auftritt“, so Prof. Dr. Ralf Küppers.

Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung unterstützt das auf die Dauer von drei Jahren angelegte Forschungsprojekt mit 264.850 Euro.

Von besonderem Interesse sind für die Forscher die B-Lymphozyten, die weißen Blutzellen, die für die

Bildung von Antikörpern verantwortlich sind. Durch die Klärung der Frage, welchen Einfluss verschiedene Transplantationsmethoden auf die Neubildung des Immunsystems haben, und in welchen Schritten sich das Immunsystem wieder erholt, kann möglicherweise der Schutz der Patienten vor Infektionen verbessert werden.

In einem zweiten Forschungsschwerpunkt des Projektes soll die Entstehung der Posttransplantations-Lymphome untersucht werden. Prof. Dr.

Küppers und seine Kollegen möchten herausfinden, welche Rolle ein bestimmtes Virus, das Epstein-Barr-Virus, bei diesem Prozess hat, da es sehr häufig in den Lymphomzellen gefunden wird. Zudem soll geklärt werden, welche Veränderungen in den Genen der Krebszellen stattgefunden haben, die zur Lymphomentstehung führen. Es besteht die Hoffnung, dadurch neue Ansatzpunkte für eine bessere und gezielte Behandlung der Lymphome zu erlangen. Die Forschungsergebnisse könnten auch dazu beitragen, die Lymphome früher zu entdecken und dadurch besser zu behandeln.

An der Klinik für Knochenmarktransplantation am Universitätsklinikum in Essen werden jährlich mehr als 170 Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantationen durchgeführt. Solche Transplantationen sind oft die letzte Behandlungsmöglichkeit, wenn andere Therapien wie zum Beispiel Chemotherapien nicht angeschlagen haben.

Redaktion: Anne Rein, Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung, Tel: 089/272 904?40

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