Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Bewährt: An-Institut für Sozialforschung und Politikberatung

25 Jahre RISP

[21.09.2005] Am Freitag, 30. September, feiert das Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V. (RISP), An-Institut am Duisburger Campus, sein 25-jähriges Bestehen. Es wurde 1980 von Sozialwissenschaftlern der Universität und Vertretern der Stadt Duisburg gegründet.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Rektor Prof. Adam Weyer die Professoren Dr. Jens Joachim Hesse, Dr. Heribert Schatz (Politik- und Verwaltungswissenschaft), Dr. Dankwart Danckwerts, Dr. Hartmut Esser und Dr. Fritz Rudolph (Soziale Arbeit und Erziehung/Soziologie). Die Stadt Duisburg war vertreten durch den damaligen Oberstadtdirektor Herbert Krämer und den Beigeordneten Helmut Prinz.

Die Rechtsform des RISP als privatwirtschaftlich-gemeinnütziger Verein war gewählt worden, um von vorne herein die Praxisnähe des Instituts zu signalisieren, neue Kooperationsformen zwischen Universität und Verwaltung der Stadt Duisburg zu ermöglichen und dabei ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit und Flexibilität zu erreichen.

Am 15. Juni 1983 wurde das RISP vom Wissenschaftsministerium des Landes NRW als wissenschaftliche Einrichtung an der Universität („An-Institut“) anerkannt. Am 22. April 1987 wurde zwischen dem Institut und der Universität Duisburg ein förmlicher Kooperationsvertrag unterzeichnet, der auch nach der Fusion der Universitäten Duisburg und Essen weiter besteht.

Das RISP führt derzeit Projekte in folgenden Bereichen durch:

• Politik, Bürger und Verwaltung
• Arbeit und Wirtschaft
• Kultur, Medien und Kommunikation
• Sicherheit, Kriminalität und Polizei.

Diesen vier Arbeitsbereichen sind die derzeit sieben Forschungs- bzw. Projektgruppen mit ihren zum Teil gemeinsam durchgeführten Projekten zugeordnet. Durch diese flexible Struktur kann das Institut schnell auf neu auftretende Problemlagen und Themen reagieren und die vorhandenen Synergien zwischen den Gruppen voll nutzen.

Im Fokus der Forschungs- und Beratungsprojekte des Instituts standen anfänglich vor allem Analysen zum Strukturwandel an Rhein und Ruhr und die Beratung der politischen Entscheidungsträger auf Landes- und Kommunalebene auf der Grundlage hierzu entwickelter praxisnaher Handlungskonzepte und einer kritischen Begleitforschung des Implementationsprozesses. Seit den 1990er Jahren weitete sich der Kreis der Auftraggeber in den Bereich Wirtschaft und Verbände hinein aus. Auch gewann die Beteiligung an Förderprogrammen der EU zunehmend an Bedeutung. Beispiele für die im RISP bearbeiteten Themen sind:

• Begleitforschung zum Aktionsprogramm Ruhr (1980-84)
• Projektträgerschaft für das Programm der Landesregierung NRW „Mensch und Technik - Sozialverträgliche Technikgestaltung“ (1984-89)
• Forschung und Beratung zur Verwaltungsmodernisierung in NRW und auf EU-Ebene (Neue Steuerungsmodelle für die Exekutive; Regieren in der EU)
• Modellprojekte im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie in der Altenforschung
• Fallstudien zur organisierten Kriminalität, Beiträge zur Sucht - und Gewaltforschung
• Projekte zur Psychologie der Mensch-Maschine-Kommunikation
• Untersuchungen zum Image und zur Kommunikationspolitik von Großunternehmen
• Migrations- und Integrationsforschung im Rahmen von EU-Programmen (Xenos, Equal, INTI)
• Struktur- und Inhaltsanalysen zur Entwicklung des öffentlich-rechtlichen und des privaten

Rundfunks in Deutschland
• Projekte zur regionalen Arbeitsmarktpolitik und zur Förderung der beruflichen Fort- und Weiterbildung im Rahmen des ESF (Europäischer Strukturfonds)
• Modellprojekte der betrieblichen Modernisierung, Organisations- und Arbeitsgestaltung.

Das Rhein-Ruhr-Institut arbeitet seit seiner Gründung ohne jegliche Sockelfinanzierung aus öffentlichen Mitteln und finanziert sich ausschließlich durch Auftragsforschung. Entsprechende Projekte werden akquiriert bei öffentlichen Einrichtungen der Wissenschaftsförderung (DFG, VW-Stiftung), bei privaten Stiftungen oder den Stiftungen der politischen Parteien, bei Rundfunk- und Landesmedienanstalten, bei Bundes- und Landesministerien, bei Behörden auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene sowie aus Fördermitteln der EU. Hinzu kommen Aufträge aus der Privatwirtschaft (Unternehmen, Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände).

Im RISP e.V. sind derzeit (einschließlich der 7 Gruppenleiter) 40 Mitarbeiter tätig. Der kontrahierte Auftragsbestand liegt aktuell bei über 2,5 Mio. €. Im Antragsverfahren befinden sich weitere Projekte mit einem Gesamtvolumen von in gleicher Größenordnung.

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel 0203/379-2430