Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Studierende erkunden dänische Verhältnisse

Gleiche Chancen früh sichern

[19.03.2014] Elf Studierende der Bachelor-/Masterstudiengänge Soziale Arbeit an der Universität Duisburg-Essen (UDE) besuchten jetzt zusammen mit Prof. Dr. Fabian Kessl eine Woche lang die Pädagogische Abteilung der Universität Arhus mit Sitz in Kopenhagen. Prof. Kessl: „Wir konnten uns vor Ort davon überzeugen, dass man sich zum Thema Teilhabegerechtigkeit international noch eine Menge abschauen kann.“

Jessica Medenbach, eine der Teilnehmerinnen, bestätigt: „Dass die Dänen anders miteinander umgehen, fällt einem schon gleich nach dem Grenzübertritt auf. Dänische Fenster haben keine Gardinen. Wirklich wichtig ist allerdings der Unterschied in der Studiensituation.“ Der Staat bezuschusst jeden dänischen Studierenden bis zu fünf Jahre lang mit umgerechnet rund 700 Euro pro Monat, je nach Familiensituation oder eigenem Haushalt. Außerdem können Studienkredite beantragt werden.

Auch die Situation im Bereich sozialer Dienste ist deutlich anders: Während eine Sozialarbeiterin in Deutschland teilweise bis zu 600 Grundschulkinder betreuen muss, kann sich ihr dänischer Kollege im Schnitt um vier Ein- bis Zweijährige kümmern, bei den 13- bis 17-Jährigen teilen sich 17 Jugendliche eine Fachkraft. Kessl: „Wir haben eine noch immer deutlich andere sozialstaatliche Welt kennengelernt. Die Teilhabegerechtigkeit beginnt in den ersten Kindheitstagen und darf auch im Studium nicht verloren gehen, unabhängig vom sozialen Status und der Herkunft.“

Auch wenn es am dänischen System manches zu kritisieren gebe, nicht zuletzt in der Flüchtlingshilfe, habe die Reise in den Nachbarstaat den Blick dafür geschärft, dass soziale Dienste alternativ organisiert werden können. Medenbach: „Kopenhagen ist auf alle Fälle einen Kurztrip wert. Einen längeren Aufenthalt kann man sich aber nur schwer leisten, allein schon wegen der immens hohen Lebenshaltungskosten.“ Die Studienreise wurde durch das PROMOS-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) und die Fakultät für Bildungswissenschaften finanziell unterstützt.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Fabian Kessl, Tel. 0201/183-3554, fabian.kessl@uni-due.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430