Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Konferenz zur Gesundheitsökonomie

Die Weichen werden früh gestellt

[12.05.2014] Da waren selbst gestandene Wissenschaftler überrascht: 1990 behauptete David Barker, dass bereits frühe Einflüsse im Mutterleib die gesundheitliche Entwicklung unseres ganzen Lebens bestimmen. Die weit reichenden Konsequenzen sowie neue ökonomische Erkenntnisse werden nun bei der Konferenz „Rethinking Barker“ an der Universität Duisburg-Essen (UDE) diskutiert.

Wie sind einzelne Lebensphasen mit gesundheitlichen und sozioökonomischen Folgen verknüpft? Etwa 60 Wissenschaftler präsentieren in Essen vom 30. Mai bis zum 1. Juni ihre Arbeiten zur Barker-Hypothese. So zeigte er, dass ein geringes Geburtsgewicht die Wahrscheinlichkeit einer koronaren Herzerkrankung erhöhen kann. Auch ein späterer Typ-2-Diabetes wird dadurch begünstigt. Bekommt der Fötus zu wenig Nahrung, kann das Baby diesen Mangel zwar später ausgleichen, doch der Stoffwechsel ist bereits ungünstig programmiert – der Körper speichert dauerhaft mehr Fett.

„Obwohl wir heute wissen, dass pränatale und frühkindliche Bedingungen solche langfristigen Folgen haben können, gibt es bisher kaum individuelle oder politische Handlungsempfehlungen. Daran wollen wir arbeiten“, sagt Prof. Dr. Martin Karlsson, der die Tagung ausrichtet.

Renommierte Referenten aus den USA, Großbritannien, den Niederlanden und Italien treffen Nachwuchswissenschaftler. Sie hinterfragen gemeinsam, wie sich eine bessere Gesundheitsversorgung langfristig auf die Überlebensrate von Kindern auswirkt. Die Forscher wollen wissen, was Eltern für das Wohlergehen ihrer Babys tun können und wie frühkindliche Schocks kognitive Fähigkeiten beeinflussen.

Zudem geht es darum, dass sowohl die Gesundheit der Eltern als auch deren Lebensumstände auf das Kind übertragen werden können. Wie genau das abläuft, ist jedoch noch nicht ausreichend erforscht. Außerdem sollen Ernährung und Lebensmittelsicherheit angesprochen werden, da diese die spätere Gesundheit prägen.

Weitere Informationen: http://www.goek.wiwi.uni-due.de/forschung/konferenzen/
Prof. Dr. Martin Karlsson, Tel. 0201/183-6817, contact.conference@ibes.uni-due.de

Redaktion: Katrin Koster, Tel. 0203/379-1488