Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Neue Publikation zur europäischen Krise

Spaltende Integration

[16.07.2014] Ein Konjunkturaufschwung ist nicht das Allheilmittel. Die chronische Krise in der Europäischen Union lässt sich nur überwinden, wenn es in einzelnen Ländern einen Kurswechsel gibt, der auf die Politik einwirkt. Das ist die Kernbotschaft des neuen Buches „Spaltende Integration“ aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE). „Anstöße zu einer demokratischen, sozialen und ökologischen Neuorientierung Europas und der Eurozone werden letztlich nur von der nationalstaatlichen Ebene ausgehen können“, fordert Herausgeber Dr. Steffen Lehndorff.

Der Band verbindet Politikanalysen mit dem Blick auf die ganz unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Probleme: Es gibt zehn Länderkapitel über Spanien, Italien, Griechenland, Irland, Deutschland, Frankreich, Österreich, Großbritannien, Ungarn und Schweden. Sie zeigen, wie Fehlentwicklungen, die in den gegenwärtigen Krisenprozess hineingeführt haben, durch radikale Kürzungspolitik und Deregulierung der Arbeitsmärkte noch verstärkt werden. „Die so genannte wirtschaftliche Erholung Spaniens zum Beispiel wird durch die Verarmung bedeutender Teile der Bevölkerung erkauft. Die Flurschäden werden das Land noch lange prägen. Die Europawahl hat bereits gezeigt, wie sehr Europa auseinanderdriftet“, kritisiert der Arbeitsmarktforscher.

Entstanden ist das Buch aus der langjährigen Zusammenarbeit von Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern aus zehn EU-Ländern. Der 2012 erschienene Vorgängerband unter dem Titel »Ein Triumph gescheiterter Ideen« war nach einem Jahr vergriffen. Die Autorinnen und Autoren haben sich nicht für einen Nachdruck entschieden, sondern die Kapitel grundlegend neu bearbeitet. Zusätzliche Beiträge wurden aufgenommen, in denen die Krisenpolitik der EU und deren Konsequenzen für gewerkschaftliches Handeln herausgearbeitet werden.

Weitere Informationen:
http://www.iaq.uni-due.de/aktuell/veroeff/2014/lehndorff01.php
Dr. Steffen Lehndorff, Tel. 0221/9128 0790, steffen.lehndorff@uni-due.de

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0170/8761608, presse-iaq@uni-due.de