Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Projekt untersucht Begabung bei älteren Schülern

Mathe-Talente entdecken

[11.05.2015] Zahlen, Gleichungen, Formeln: Viele Mädchen und Jungen sind Rechenkünstler, doch nicht immer wird es erkannt. Das gilt vor allem für ältere Schüler. Wie sich mathematische Begabung in der Sekundarstufe II entdecken lässt, erforscht Prof. Dr. Benjamin Rott von der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit seiner Kollegin Dr. Maike Schindler. In den kommenden Monaten werden sie regelmäßig Jugendliche an Aufgaben knobeln lassen.

Die Angebote für junge Mathe-Asse werden zwar mehr; dennoch ist das Netz nicht eng genug, um Talente zu finden und zu fördern, bedauert Didaktikprofessor Rott. „Statt es systematisch anzugehen, wird sich überwiegend auf das Urteil und das Engagement der Lehrer verlassen. Erprobte Konzepte sind Mangelware.“

Obwohl noch nicht umfassend geklärt ist, wie sich Begabung entwickelt, gilt: Je früher sie erkannt wird, desto besser lässt sie sich unterstützen. Also konzentriert sich die Forschung auf die Grundschule und die Sekundarstufe I – und vergisst darüber gerne die älteren Schüler. Diese interessieren nun Benjamin Rott. „Wer mathebegabt ist, erkennt sehr schnell Muster, geht Probleme kreativ an und hält durch, auch wenn es schwierig wird.“ Stimmt das auch für 16- bis 19-Jährige? Welche Aufgaben und Tests können helfen, Talente zu identifizieren?

Um Begabung besser zu verstehen und ein Diagnoseinstrument zu entwickeln, kommen Rott und sein Team ab August regelmäßig mit Mathe-Fans der Sekundarstufe II zusammen: „Es werden etwa 30 Jugendliche von Essener Gesamtschulen und Gymnasien sein. Über ein halbes Jahr werden wir sie mit Aufgaben konfrontieren, die nichts mit dem normalen Unterrichtsstoff zu tun haben“, so Rott. Und das nicht nur unter den Augen der Wissenschaftler: Auch Kameras werden aufzeichnen, wie die Lernenden vorgehen.

Das Projekt „Mathematische Begabung im Fokus“ wird vom Mercator Research Center Ruhr bis zum Herbst 2016 gefördert.


Weitere Informationen: Prof. Dr. rer. nat. Benjamin Rott, Tel. 0201/183-4297, benjamin.rott@uni-due.de

Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429