Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Herbstschule zur Thermoelektrik vom 5. bis 8. Oktober

Strom aus heißer Luft

[15.06.2015] Bis zum 5. Juli können sich interessierte Jungakademiker zur Herbstschule Thermoelektrik vom 5. bis 8. Oktober an der Universität Duisburg-Essen (UDE) anmelden. Organisiert wird das interdisziplinäre Forschungsforum für den wissenschaftlichen Nachwuchs vom Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CENIDE).

Von warm zu kalt und zurück: Bei schwankender Temperatur erzeugen bestimmte Materialien elektrische Energie. Dieser thermoelektrische Effekt, der schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt ist, könnte künftig im großen Stil eingesetzt werden: Neue Materialien und Thermogeneratoren ermöglichen es, die Abwärme von Verbrennungsprozessen direkt in Strom umzuwandeln – eine nachhaltige Methode, die vor allem für Stahlwerke oder die Autoindustrie interessant ist.

Thermoelektrika sind aussichtsreiche Energiequellen: „Die Umwandlung von Wärme in Strom kann einen erheblichen Beitrag zur Ressourceneinsparung leisten“, sagt Prof. Dr. Roland Schmechel, Experte für Nanostrukturtechnik an der UDE. Momentan gehen bei der Nutzung fossiler Brennstoffe rund zwei Drittel der Energie als Abwärme verloren. Das gilt für Müllverbrennungsanlagen und Stahlwerke ebenso wie für die heimische Heizung oder den Verbrennungsmotor im Auto. „Thermoelektrische Generatoren können aber nicht nur Elektrizität erzeugen. Der Effekt lässt sich auch umkehren, so dass sie als Wärmepumpe eingesetzt werden können.“ Dadurch ergeben sich für die Thermoelektrik breite Anwendungsmöglichkeiten bei der Energierückgewinnung. Außerdem könnte sie genutzt werden, um energieunabhängige Sensoren zu betreiben oder um Bauteile und Mikroprozessoren zu kühlen.

Die UDE-Herbstschule richtet sich speziell an Nachwuchsforscher, die sich einen Überblick über die Thermoelektrik verschaffen wollen. International angesehene Experten stellen aktuelle Konzepte vor und gehen dabei über die traditionellen Grenzen ihrer Fachbereiche hinaus: „Es ist ein hochinterdisziplinäres Feld, das oft komplexe Systemanalysen zum Kosten-Nutzen-Faktor erfordert“, so Schmechel. „In der Herbstschule kommen Physiker, Chemiker, Ingenieurwissenschaftler und Nano-Experten zusammen, um sich auszutauschen und neue Einsatzfelder auszuloten.“

Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de/nst/seminare/AST2015/AST2015
Prof. Dr. Roland Schmechel, Tel. 0203/379-3347, roland.schmechel@uni-due.de

Redaktion: Carmen Tomlik, Tel. 0203/379-8176, carmen.tomlik@uni-due.de