Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Frauen werden im Ehrenamt benachteiligt

Männer gehen in Führung

[23.09.2015] Nicht nur in der Wirtschaft arbeiten Frauen seltener in Führungspositionen – auch bei ehrenamtlichen Leitungsaufgaben sind sie im Nachteil. Das zeigt eine neue Studie der Universität Duisburg-Essen (UDE). Dafür haben Forscher die aktuellste Welle des deutschen Freiwilligensurveys aus dem Jahr 2009 ausgewertet.

Während Männer im Ehrenamt zu 40 Prozent Leitungsfunktionen übernehmen, ist dies hier nur bei 26 Prozent der Frauen zu beobachten. Diese Benachteiligung lässt sich nicht alleine auf eine unterschiedliche Erwerbstätigkeit oder auf die Kinderbetreuung zurückführen, sondern ist direkt mit dem Geschlecht verbunden.

Besonders schwierig scheint es für Frauen vor allem in Freizeitvereinen und kirchlichen Einrichtungen zu sein, ehrenamtlich in Führung zu gehen. Bei politischen Organisationen oder in der Selbsthilfe stellten die Wissenschaftler hingegen keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen fest.

„Unsere Ergebnisse liefern zugleich neue Argumente für die Debatte um Führungspositionen in der Wirtschaft“; sagt Prof. Dr. Marcel Erlinghagen vom Institut für Soziologie. „Denn wenn Frauen auch im sozialen Bereich benachteiligt werden, kann man nicht behaupten, dass ihnen wegen ungeeigneter Ausbildung Leitungsaufgaben verwehrt bleiben.“ Vielmehr seien organisatorische Hürden dafür verantwortlich, dass beide Geschlechter nicht gleich in den Chefetagen vertreten sind.

Publikationshinweis:
Marcel Erlinghagen, Belit Şaka und Ina Steffentorweihen (2015): Führungspositionen im Ehrenamt – ein weiterer Bereich der Benachteiligung von Frauen? Duisburger Beiträge zur soziologischen Forschung 3-2015. Duisburg: IfS.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Marcel Erlinghagen, Tel. 0203/379-2733, marcel.erlinghagen@uni-due.de

Redaktion: Katrin Koster, Tel. 0203/379-1488

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