Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Forster-Stipendiatin zu Gast am Historischen Institut

Erlebte Geschichte(n)

[21.10.2015] Wer den Holocaust in Schulen bespricht, kann lebensnahe Erinnerungen nur von Überlebenden erhalten. Dr. Katalin Eszter Morgan von der University Witwatersrand, Südafrika erforscht, ob Jugendliche dadurch mit Geschichte anders umgehen als durch bloßes Bücherwissen. Sie ist Gast bei Prof. Dr. Markus Bernhardt am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen (UDE). Gefördert wird ihr Aufenthalt durch ein Georg Forster-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Für ihre Studie wird die 45-Jährige Jugendlichen ab der 9. Klasse im Geschichts- und Sprachunterricht Videos aus dem Projekt „Zeugen der Shoah“ zeigen, das auf das Visual History Archive von Steven Spielberg zugreift. „Mich interessiert, wie empathisch die jungen Menschen die Interviews aufnehmen“, sagt die Soziologin. Hierzu wird sie die Diskussionen der Schüler analysieren und Lehrer befragen. Im Gespräch ist sie derzeit mit Partnerschulen der UDE.

Wie wichtig das Medium Interview für die Schüler ist, interessiert die gebürtige Ungarin Morgan besonders. Bislang würden hauptsächlich die Inhalte untersucht. „Wenn aber die Interviews tatsächlich helfen, Jugendlichen sensible Themen zu vermitteln, könnte das Vorbild für andere Bereiche sein.“ Alternative Wege tun sich dann nicht nur für die Lehre auf, sondern auch für interkulturelle Beziehungen.

In der Theorie wird sich die Medienpädagogin damit beschäftigen, wie (traumatische) Erinnerungen und der Unterschied zwischen ihnen und der überlieferten Historie erfasst werden können.

Weitere Informationen:
Dr. Katalin Eszter Morgan, Historisches Institut, Tel. 0201/183-4602, katalin.morgan@uni-due.de
Prof. Dr. Markus Bernhardt, Historisches Institut, Tel. 0201/-183-3595, markus.bernhardt@uni-due.de

Redaktion: Alexandra Nießen, Tel. 0203/379-1487


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