Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Erklärung der Hochschulleitung

Vorbereitungen zur Gebetsraumschließung laufen

[14.03.2016] Es wird gepackt: Nachdem die Hochschulleitung der Universität Duisburg-Essen (UDE) am 17. Februar beschlossen hat, den Gebetsraum für muslimische Studierende und Universitätsangehörige an den beiden Uni-Campi zu schließen, steht zunächst die Räumung am Essener Campus an. Die Mitglieder des Islamischen Studierendenbunds (ISB) füllen derzeit Umzugskartons, damit das ISB-Inventar, darunter Teppiche und Bücher, bis zum 18. März verstaut werden kann. Falls es nicht gelingen sollte, die Sachen woanders unterzubringen, hilft die Universität übergangsweise mit einer Lagerfläche weiter.

Ein Grund für die Gebetsraumschließung ist die akute Raumnot, die eine Überprüfung der bisherigen Raumvergabe nötig macht. Er wurde vor über zwanzig Jahren eingerichtet, zu einer Zeit, als das Angebot an Moscheen in der Stadt noch gering war. Derzeit wird die Sanierung des R11-Gebäudes vorbereitet, in deren Verlauf auch die Fakultät für Geisteswissenschaften in andere, möglichst nahe gelegene Räume umziehen muss. Dafür kommt insbesondere das R12-Gebäude in Frage, so dass hier kurzfristig sämtliche Raumkapazitäten für die Kernaufgaben der Universität benötigt werden.

Der Duisburger Gebetsraum im Untergeschoss des LB-Gebäudes wird Ende April geschlossen. Auch an diesem Uni-Campus stehen demnächst größere Bauvorhaben an. Nach Abschluss der mehrjährigen Sanierungsarbeiten an den beiden Campi soll dann jeweils ein Raum der Stille geschaffen werden, der allen Konfessionen offen steht. Die Hochschulleitung bittet um Verständnis, dass in der Übergangszeit keine Räume zur Verfügung gestellt werden können, in denen gemeinsam gebetet werden kann. Die UDE ist eine säkulare öffentliche Bildungseinrichtung, an der Menschen aus über 130 Nationen studieren und arbeiten. Deshalb können nicht für alle Weltanschauungen und Glaubensrichtungen eigene räumliche Einrichtungen geschaffen werden.