Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Zoologen machen erstaunliche Beobachtung

Magnetgesteuerte Füchse

[12.01.2011] Wenn der Rotfuchs auf der Jagd ist, springt er nicht einfach so auf seine Beute zu. Er richtet sich unbewusst am Magnetfeld der Erde aus. Zu diesem überraschenden Schluss kommen Zoologen der Universität Duisburg-Essen und der Prager Agraruniversität, die über 80 Füchse bei fast 600 Jagdsprüngen beobachtet haben. Die Ergebnisse der Arbeit von Dr. Sabine Begall, Prof. Dr. Hynek Burda, Prof. Dr. Jaroslav Cerveny und Kollegen werden am 12. Januar in der renommierten Fachzeitschrift Biology Letters publiziert.

Der Rotfuchs zählt zu den bekanntesten heimischen Säugetieren, obwohl ihn bisher nur wenige Menschen in freier Wildbahn gesehen haben. Noch seltener lässt er sich beim Jagen von Nagetieren beobachten. Der Fuchs schleicht sich an und springt hoch, so dass er beispielsweise eine Wühlmaus von oben überrascht. Im hohen Schnee taucht er regelrecht kopfüber ein. Seine Beute kann der Fuchs zumindest in hoher Vegetation oder unter der Schneedecke nicht sehen – er ortet sie offensichtlich nur mit seinem empfindlichen Gehör. Diese charakteristische Technik wird im Jägerjargon „Mausen“ genannt.

„Erstaunlicherweise neigen die Füchse dazu, sich beim Orten der Beute und bei der Vorbereitung zum Sprung an der nordsüdlichen Kompassachse auszurichten“, berichtet Professor Burda. Hierbei spielen weder Wetterverhältnisse, noch Jahres- und Tageszeit eine Rolle, so dass man von einer magnetischen Ausrichtung und somit auch Magnetwahrnehmung beim Rotfuchs ausgehen kann. In hoher Vegetation (oder im Schnee) sind über 80 Prozent der Sprünge in Nordrichtung (genauer Nordnordostrichtung) und ca. 60 Prozent der in Südrichtung erfolgreich; die Erfolgsquote der Sprünge in andere Kompassrichtungen liegt dagegen bei weniger als 15 Prozent.

„Diese Beobachtungen liefern den ersten empirischen Hinweis für die theoretischen Überlegungen, dass magnetorezeptive Tiere mit ihrem Magnetkompass nicht nur die Richtung, sondern auch die Entfernung messen können“, so Burda. Dieser magnetische Entfernungsmesser, der allerdings nur in Nord-Südausrichtung funktionieren kann, würde die Richtungspräferenz beim „Mausen“ erklären.

Die Wissenschaftler haben kürzlich die Magnetorezeption beim Hausrind, Rot- und Rehwild nachgewiesen. Mit dieser Arbeit zeigen sie, dass die Magnetfeldwahrnehmung bei Säugetieren weiter verbreitet ist als ursprünglich gedacht und in verschiedenen Kontexten benutzt werden kann. Das gibt neue Impulse für die Erforschung der Magnetorezeption.

Cerveny J., Begall S., Koubek P., Novakova P., Burda H. (12. January 2011): Directional preference may enhance hunting accuracy in foraging foxes. Biology Letters doi:10.1098/rsbl.2010.1145

Weitere Informationen: Sehr illustrativ ist der auf Youtube zu sehende Videoclip „Amazing Fox Snow Dive - Yellowstone - BBC Two“.
Prof. Dr. Hynek Burda, Tel. 0201/183-2453, hynek.burda@uni-due.de

Redaktion: Katrin Braun, Tel. 0203/379-1488

Alle Pressemitteilungen der UDE finden Sie unter:
http://www.uni-due.de/de/presse/pm.php

Die Homepage der Pressestelle:
http://www.uni-due.de/de/presse/

Kompakter Überblick

All das, was die UDE ausmacht: Unsere Broschüre „Offen im Denken“.

Hochschulpräsentation

Die UDE-Präsentation zum Download.

Die Presseinformationen der UDE gibt´s auf Wunsch auch per E-Mail.

> mehr dazu

Wie schreibe ich eine gute Pressemitteilung (PM)?

Die wichtigste Grundregel: so einfach und anschaulich wie möglich! Orientieren Sie sich am besten daran, was Sie selbst morgens am liebsten in der aktuellen Berichterstattung hören oder lesen möchten.

Mehr lesen

Wie Sie uns erreichen

per Telefon:
Teamübersicht
per Fax
(0203) 379-2428
per E-Mail:
presse@uni-due.de