Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Dr. Oliver Bidlo (Fotonachweis: UDE)
Dr. Oliver Bidlo (Fotonachweis: UDE)

Neuerscheinung

Tätowierungen setzen Zeichen

[01.02.2011] Für immer. Blumen, Figuren oder Symbole werden in die Haut gestochen. Ein Tattoo ist ein Standpunkt. Das – früher stigmatisierte – Zeichen hat mittlerweile seinen Weg in die Popkultur gefunden und sorgt doch immer noch für Diskussionen. Ein faszinierendes Feld, auch für den Kommunikationswissenschaftler und Soziologen Dr. Oliver Bidlo von der Universität Duisburg-Essen (UDE). In seinem neu erschienenen Buch „Tattoo. Die Einschreibung des Anderen“ hinterfragt er dieses Phänomen.

Was drückt ein Tattoo aus, und wie reagiert die Gesellschaft darauf? Warum lassen sich Menschen stechen oder werden zum Tätowierer? Der Autor untersucht unter anderem die Ästhetik von Tattoos und den Dialog, der vorab stattfindet: „Das Verhältnis zwischen Kunden und Tätowierer ist aus kommunikativer Sicht besonders spannend. Es ist eine besondere soziale Situation, die sich da abspielt. Man geht zwar mit einer Vorstellung in das Studio, doch die eigentliche Umsetzung – wie groß soll das Tattoo sein und wo genau soll es hin – entwickelt sich erst im Gespräch.“ Tätowierer seien heute mehr als Nadelstecher, sie verstehen sich als Künstler, wobei die Haut ihre Leinwand ist. Ihre Arbeit sei ein zeichenbehafteter Prozess. „Ein Tätowierer hinterlässt so seine Spuren und wird zum Kommunikator“, erklärt Bidlo, der selbst übrigens nicht tätowiert ist.

Auf der einen Seite soll das Bild individuell sein, auf der anderen verliert es durch die begrenzte Auswahl der Motive an Wert. „Heutzutage hat jeder Musiker, Schauspieler oder auch Sportler ein Tattoo und versucht dadurch seine unverwechselbare Persönlichkeit auszudrücken“, so der Wissenschaftler. Für ihn ist das Tattoo deshalb ein theatrales Zeichen und zugleich eine konservative Geste. „Denn der Akt des Tätowierens will ja auch etwas konservieren, etwa eine Idee, eine aktuelle Liebe oder eine Überzeugung.“

Tätowierungen haben sich etabliert, man dreht sich nicht mehr danach um. Aber es gibt Grenzen wie das Gesicht, den Hals oder die Hände, die auch heute noch nicht so geduldet sind. Daher lautet ein Fazit: „Das Tattoo ist beheimatet in einer Zwischenwelt.“

Oliver Bidlo: Tattoo - Die Einschreibung des Anderen, Oldib Verlag, ISBN 978-3-939556-17-6, 12 Euro

Weitere Informationen: Dr. Oliver Bidlo, Tel. 0201/183-2474, oliver.bidlo@uni-due.de

Redaktion: Katrin Braun, Tel. 0203/379-1488


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