Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

PD Dr. Frank-Joachim Meyer zu Heringdorf
PD Dr. Frank-Joachim Meyer zu Heringdorf

G.-D.-Baedeker-Preis 2011

Frank-Joachim Meyer zu Heringdorf

[11.06.2011] Privatdozent Dr. Frank-Joachim Meyer zu Heringdorf, Physiker an der Universität Duisburg-Essen (UDE), erhält den mit 5.000 Euro dotierten Gottschalk-Diederich-Baedeker-Preis für seine herausragende Habilitation. Darin befasst er sich mit verschiedenen Phänomenen in der Oberflächenphysik, die er mit der Mikroskopie langsamer Elektronen (LEEM) und mit Photoemissionsmikroskopie (PEEM) untersucht hat. Sein Meisterstück gelang ihm mit der Untersuchung der Dynamik von Oberflächenplasmonen in Silbernanostrukturen.

Plasmonen sind kollektive Schwingungen der Elektronen an metallischen Oberflächen, die sich wellenartig ausbreiten können. Seit Jahrhunderten werden Plasmonen in kleinen Metallpartikeln für die Färbung von Kirchenfenstern genutzt. In neuerer Zeit setzt man sie sogar in Schwangerschaftstests ein. Um Plasmonen in der Telekommunikation und als Ersatz für Leiterbahnen in integrierten Schaltkreisen nutzen zu können, muss man aber mehr über die Ausbreitungseigenschaften der Plasmonenwellen wissen, mit denen sich Meyer zu Heringdorf in seiner Habilitation befasst hat. Er baute ein sogenanntes Anrege-Abfrage-Experiment auf und kombinierte es mit einem Oberflächenelektronenmikroskop.

Eine Welle fast so schnell wie das Licht

Hierbei wird zunächst eine Plasmonenwelle per Laserpuls angeregt, deren zeitliche Entwicklung anschließend mit einem zweiten Puls auf der Oberfläche abgefragt wird. Da sich die Welle fast mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet, müssen die Zeiten zwischen den Laserpulsen jedoch extrem kurz sein. Meyer zu Heringdorf baute deshalb mit seinen Mitarbeitern ein aktiv stabilisiertes Interferometer auf, um die Wartezeit mit einer Genauigkeit von 10 Attosekunden einstellen zu können, das sind genau 0,000 000 000 000 000 01 Sekunden.

Der gebürtige Osnabrücker studierte Physik in Hannover, wo er 1999 mit Auszeichnung zum Dr. rer. nat. promoviert wurde. Nach einem zweijährigen US-Forschungsaufenthalt als Feodor-Lynen Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung wechselte Meyer zu Heringdorf an das Institut für Experimentelle Physik der Universität Duisburg-Essen. Er gilt als einer der besten Nachwuchswissenschaftler im Bereich Oberflächenphysik und Oberflächenmikroskopie.

Der G.-D.-Baedeker-Preis wurde von dem Essener Unternehmer Dr. h.c. Hans Friedrich Sutter ausgelobt und 1985 erstmals vergeben. Er ist benannt nach Gottschalk Diederich Baedeker, der 1775 in Essen die gleichnamige Traditionsbuchhandlung begründete. Seit dem Jahr 2000 führt die Essener G. D. Baedeker Stiftung diese Tradition fort und vergibt einmal jährlich den Preis für herausragende Arbeiten aus den Bereichen Natur- und Ingenieurwissenschaften, die von der Universität Duisburg-Essen zur Habilitation oder Promotion angenommen wurden oder im Rahmen einer Juniorprofessur entstanden sind. Darüber hinaus fördert die G. D. Baedeker Stiftung kulturelle und wissenschaftliche Projekte in Essen.

Weitere Informationen: Privatdozent Dr. Frank-Joachim Meyer zu Heringdorf , Tel. 0203/379-1465, -1439, meyerzh@uni-due.de

Redaktion: Beate H. Kostka, tel. 0203/379-2430


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