Studienprojekt im Finale der UbiChallenge

Die Mattscheiben von morgen?

[01.09.2011] Vor allem auf Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen fallen sie immer stärker ins Auge: Große Flachbildschirme zeigen kurze Werbespots, Kleinanzeigen oder Nachrichten. Doch haben sie auch einen ebenso großen Einfluss auf uns wie Fernsehen oder Internet? Diese und weitere Fragen stellte sich das Projekt „Digifieds“ an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Gemeinsam mit Medieninformatiker Florian Alt entwickelten Studierende ein eigenes Displaysystem, das wie ein digitales, schwarzes Brett funktioniert. Damit stehen sie jetzt im Finale der ersten Open Ubiquitous City Challenge, kurz UbiChallenge, in der finnischen Stadt Oulu.

Heute werden Großbildschirme fast ausschließlich für Werbezwecke genutzt. Die bunten Bilder ploppen auf und sind in einer Endlosschleife gefangen – eine Interaktion mit dem Passanten war bisher kaum möglich. Das werde sich in Zukunft ändern, sagt UDE-Dozent Florian Alt vom Lehrstuhl für Pervasive Computing: „Da Displaytechnologien immer billiger werden, wird es in den kommenden Jahren immer mehr Bildschirme geben, und die Besitzer fangen an, sie öffentlich zugänglich zu machen.“

In seinem Masterkurs untersuchten Studierende, wie sich neue Technologien wie Touchscreens und Smartphones auf das noch junge Kommunikationsmedium auswirken. Und auch, wie sich Eigenschaften von analogen, schwarzen Brettern auf moderne Displays übertragen lassen. Ziel dabei war es unter anderem, den Missbrauch der Bildschirme und veraltete Inhalte zu verhindern. Die Erkenntnisse übertrugen sie in ihr selbstprogrammiertes System „Digifieds“.

Das Vorzeigeprojekt ist nun unter die vier Finalisten der UbiChallenge gewählt worden, die von der finnischen Stadt sowie der Universität Oulu und Nokia organisiert wird. Bei dem Wettbewerb geht es darum, neuartige Services für öffentliche Displays zu erstellen. Ein halbes Jahr wird „Digifieds“ jetzt auf den Straßen Oulus getestet: „Dort gibt es ein einzigartiges Netzwerk von Public Displays in der ganzen Stadt“, freut sich Florian Alt.

Beste Voraussetzungen also für sein Team, sich bis Dezember für den ersten Preis auszuzeichnen: Es winken nicht nur Fördergelder. „Der Gewinner darf außerdem nach Peking reisen und dort auf einer Multimedia-Konferenz sein Projekt vorstellen“, sagt Alt. „Das wäre natürlich ein Traum!“

Weitere Informationen:
http://www.ubioulu.fi/en/UBI-challenge
Florian Alt, Tel. 0201/183-2427, florian.alt@uni-due.de

Redaktion: Carmen Tomlik, Tel. 0203/379-1489