Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

UDE-Veranstaltung diskutiert Angebote der Arbeitslosenberatung

Selbsthilfe oder Tipps vom Profi?

[30.01.2013] Weniger Staat, mehr Eigeninitiative: Die aktivierende Arbeitsmarkpolitik hat das Leben von Erwerbslosen in Deutschland grundlegend verändert. Neben den Behörden engagieren sich auch immer mehr Selbsthilfe-Organisationen in der Beratung – und das mit gutem Erfolg. Sind die Angebote solcher Initiativen also den professionellen Hilfen von Jobcenter & Co. überlegen? Oder kann es zu sinnvollen Kooperationen zwischen beiden Seiten kommen? Das diskutieren Wissenschaftler mit Vertretern aus der Praxis am 7. Februar an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

„Aus Hilfeempfängern wurden Kunden, aus den Arbeitsämtern Agenturen oder Jobcenter“, erklärt UDE-Experte Prof. Dr. Fabian Kessl die veränderte Beratungssituation. In einzelnen Kommunen nähmen inzwischen mehr als die Hälfte der Nutzer öffentlicher Angebote auch Selbsthilfe-Initiativen in Anspruch. Dabei ist ihre Finanzierung zumeist sehr unsicher, zeitlich begrenzt oder von Spenden abhängig. Und doch – die Erfolgsquote überzeugt: Schon viele Arbeitslose konnten von den Beratungsstellen unterstützt werden. Längst haben sich daher die Selbsthilfe-Initiativen als Ratgeber in der kommunalen Arbeitsmarktpolitik etabliert.

Sind sie deshalb professionellen Beratern ein Dorn im Auge? Auch das wird in der Podiumsdiskussion geklärt, an der sich Vertreter von „Widerspruch e.V.“ in Bielefeld, von der Berliner Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen und vom Kölner Arbeitslosenzentrum beteiligen. Mit ihnen diskutieren Arbeitsmarktforscher von der UDE und der FH Düsseldorf.

Die Veranstaltung, gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung, findet statt am 7. Februar um 18 Uhr im Bibliothekssaal am Essener Campus und bildet den Abschluss zu der Ringvorlesung „Arbeitsmarktpolitik und Soziale Arbeit“. Zugleich ist sie der Beitrag des Instituts für Soziale Arbeit und Sozialpolitik zum zehnjährigen Jubiläum der UDE.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Fabian Kessl, Tel. 0201/183-3554, fabian.kessl@uni-due.de

Redaktion: Carmen Tomlik, Tel. 0203/379-1489