Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

UDE-Projekt erleichtert Evakuierungen in Ballungsräumen

Nix wie raus aus dem Gedränge

[22.02.2013] Volle Einkaufspassagen und Innenstädte, verstopfte Straßen im Berufsverkehr – wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, kann es in Notsituationen brenzlig werden. Dann heißt es: schnell sein – und das möglichst mit Plan. Wie die Evakuierung optimiert werden kann, beschäftigt den Lehrstuhl für Logistik und Operations Research an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die Wissenschaftler haben vor fünf Jahren begonnen, ein universelles, mathematisches Modell zu entwickeln, das für jedes beliebige Stadtgebiet einen Rettungsplan errechnen kann. Jetzt geht das Projekt in die zweite Runde: Die komplexen Daten sollen künftig auch automatisch erfasst und so noch schneller eingesetzt werden können.

Bisher mussten alle notwendigen Informationen aufwendig manuell gesammelt und in ein „rechenbares“ Format gebracht werden. Bald sollen sie in wenigen Schritten automatisch ausgelesen, transformiert und verarbeitet werden können. Dabei hilft der Online-Atlas OpenStreetMap: „Die Herausforderung besteht darin, dass wir alle relevanten geo- und demografischen Daten erfassen müssen“, sagt Marc Maiwald. Eine Rechnung mit vielen Variablen: Je nach Uhrzeit halten sich nämlich z.B. unterschiedlich viele Personen in einem Gebiet auf. Auch die Altersstruktur der Bevölkerung ist entscheidend. „Wir müssen für alles realistische Mittelwerte finden“, sagt Maiwald.

Ein Plan „made by UDE“ liefert später dann Angaben zur Evakuierungszeit, den Rettungswegen und zeigt, wie man auch große Menschenmengen aus der Gefahrenzone leitet. Außerdem untersuchen die Logistiker, wie ein solcher Plan am besten visualisiert werden kann. „Schließlich sollen auf Anhieb die richtigen Fluchtwege erkannt werden können, auch in hektischen Situationen“, sagt Maiwald. Bei der Entwicklung steht die Feuerwehr in Duisburg beratend zur Seite. Ende 2015 soll das ausgeklügelte System fertig sein.

Das Projekt wird im UDE-Profilschwerpunkt „Urbane Systeme“ durchgeführt und in den kommenden drei Jahren weiter von der Stiftung Zukunft NRW gefördert.

Weitere Informationen:
Marc Maiwald, Tel. 0203/379-2562, marc.maiwald@uni-due.de

Redaktion: Carmen Tomlik, Tel. 0203/379-1489