Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Australischer Autor liest in der Zentralbibliothek

McLaren macht Station in Essen

[08.04.2013] Unter dem Titel "What it is that I do" spricht der australische Autor Philip McLaren am Freitag, 12. April, ab 20 Uhr in der Zentralbibliothek Essen über die Entstehung seiner Werke und liest aus seinen Romanen. Die Veranstaltung in Kooperation mit der Stadtbibliothek wird zweisprachig moderiert, der Eintritt ist frei.

Dr. Philip McLaren ist derzeit auf Lesereise in Europa, wo er u.a. in Barcelona, Paris, London – und nicht zuletzt in Essen liest. In der Ruhrmetropole ist er zum zweiten Mal zu Gast. Auf Einladung von Dr. Patricia Plummer, Professorin am Institut für Anglophone Studien der Universität Duisburg-Essen (UDE), unterrichtete McLaren bereits 2011 als Postcolonial Writer in Residence kreatives Schreiben an der UDE. Demnächst erscheint das daraus entstandene Buch mit Interviews und Texten („Creative Writing Journeys“). McLaren referiert auch auf einem interdisziplinären Symposium über zeitgenössische indigene Literatur und Kultur Australiens im Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen (KWI) am 13. April.

Der aus Sydney stammende Schriftsteller ist ein Nachfahre der Kamilaroi, der Ureinwohner von New South Wales. Nach einer erfolgreichen Karriere als Regisseur und Produzent in der internationalen Film-, Fernseh- und Werbebranche, erforschte McLaren seit Beginn der 1990er Jahre intensiv seine kulturellen Wurzeln und ist seither als Schriftsteller und Künstler sowie als Film- und Literaturkritiker tätig.

Für seinen Erstlingsroman „Sweet Water, Stolen Land“ (1993) wurde er mit dem David Unaipon Award ausgezeichnet. Im Folgenden veröffentlichte McLaren zahlreiche international beachtete Romane, zwei weitere sind derzeit im Druck. In seinen Werken schildert McLaren eindringlich die Situation der indigenen Bevölkerung Australiens von der Zeit der weißen Landnahme bis in unsere globalisierte Gegenwart.

Sein erster Roman handelt von der Enteignung der Aborigines in New South Wales und ihrer Missionierung durch deutsche Lutheraner im 19. Jahrhundert, aber auch von der Schönheit, Lebendigkeit und Überlebensfähigkeit ihrer beeindruckenden, jahrtausendealten Kultur. Es ist ein historischer Roman, in den McLaren Geschichte und Mythen seiner Vorfahren eingearbeitet hat, in dem er aber auch schonungslos die Verbrechen schildert, die an ihnen verübt wurden.

In späteren Werken verwendet McLaren bewusst auch Elemente von Thriller und Detektivroman. Dadurch entsteht ein facettenreiches cross-over von indigenen und weißen Erzählformen. McLaren thematisiert das konflikthafte Miteinander der Kulturen und Ethnien in seiner Heimat Australien. Er schreibt engagiert und ohne Sentimentalität und ist damit zu einer wichtigen Stimme der indigenen Bevölkerung geworden.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Patricia Plummer, Tel. 0201/183-3406; -4004, patricia.plummer@uni-due.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430, beate.kostka@uni-due.de


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Ein Foto zu dieser Pressemitteilung (Bildbeschreibung: Philip McLaren (© Katharina Andrea Kalthoff)) können Sie herunterladen unter:
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