Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Westdeutsches Protonentherapiezentrum

Grünes Licht

[03.06.2013] Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums hat jetzt grünes Licht für das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen (WPE) gegeben. Das Land unterstützt die anstehende Übernahme und den dauerhaften Betrieb des Hochtechnologiezentrums am Universitätsklinikum Essen. Damit ist ein Meilenstein zum langfristigen Einsatz dieser innovativen Krebstherapie in Deutschland erreicht. Bereits heute bildet die Onkologie einen Schwerpunkt in Klinik, Forschung und Lehre am Uniklinikum.

„Heute ist ein bedeutsamer Tag für den Medizinstandort Essen, für das Ruhrgebiet und das Land. Vor allem aber ist es ein guter Tag für die Krebspatienten und ihre Angehörigen, denen die Protonentherapie im WPE neue Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung gibt“, erklärt Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen.

„Das WPE ist von großer Bedeutung für Universität Duisburg-Essen. Zehn Jahre nach der Fusion ist der UDE damit ein weiterer Meilenstein bei der Positionierung als wichtiger Forschungsstandort gelungen. Zusammen mit dem NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ) kann die UDE nun mit einem weiteren technologischen Schwergewicht aufwarten“, erläutert Rektor Professor Dr. Ulrich Radtke.

Die Anbindung an das Uniklinikum und das Westdeutsche Tumorzentrum Essen (WTZ), Deutschlands größtem Tumorzentrum, macht es möglich, besonderes Augenmerk auf die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Protonentherapie zu legen. Die Wertigkeit der Methode soll kontinuierlich in begleitenden wissenschaftlichen Studien überprüft und fortgeschrieben werden. Vor allem die Patienten werden von der Anbindung an das WTZ profitieren, da Spezialisten verschiedener Disziplinen in der Behandlung von Krebskranken eng zusammenarbeiten. Bereits heute gibt es eine enorme Nachfrage nach der Protonentherapiebehandlung.

Die Protonentherapie ist innovativ und zukunftsträchtig – zum Beispiel zur Behandlung von Krebspatienten mit Tumoren an besonders empfindlichen oder tief liegenden Stellen wie Gehirn, Rückenmark oder Auge. Durch den hochpräzisen Protonenstrahl wird umliegendes Gewebe besser geschont und so die Nebenwirkungen für den Patienten gemindert. Damit bietet diese Technologie besondere Vorteile auch in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

Insgesamt besitzt das WPE vier Behandlungsplätze für ein besonders breites Indikationsspektrum. In drei der insgesamt vier Behandlungsräume kann die Strahlführung um den Patienten gedreht werden („360° rotierbare Gantry“), so dass die individuell günstigste Einstrahlrichtung gewählt werden kann. Der vierte Behandlungsraum ist mit einer horizontalen Strahlführung und wird mit einem Augentherapieplatz ausgerüstet.

Die WPE GmbH, eine einhundertprozentige Tochter des Universitätsklinikums Essen, und die Technologiefirma IBA wollen gemeinsam Betrieb und Weiterentwicklung des Behandlungszentrums sicherstellen. Darüber hinaus sollen gemeinsame Entwicklungsprojekte der Partner eine beständige Weiterentwicklung der Technologie gewährleisten.