Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Neuberufung nach „Jülicher Modell“

Experte für druckbare Photovoltaik

[10.12.2013] Mit seiner Ernennung haben die Universität Duisburg-Essen (UDE) und das Forschungszentrum Jülich ihre Kooperation weiter ausgebaut: Der erst 31-jährige Dr. Thomas Kirchartz übernimmt die Professur „Photovoltaik mit nanostrukturierten Materialien“ an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften. Sie ist nach dem „Jülicher Modell“ vergeben: In einem gemeinsamen Berufungsverfahren ist Kirchartz zum Professor an der UDE ernannt worden. Gleichzeitig baut er am Forschungszentrum Jülich eine Abteilung zur organischen und Hybrid-Photovoltaik auf.

In seiner Forschung konzentriert sich Kirchartz auf elektrische und optische Messtechnik sowie die Simulation von Solarzellen. Er hat er unter anderem an klassischen Silizium-Solarzellen gearbeitet, wie man sie z. B. von Photovoltaikanlagen auf Dächern kennt. Aber auch mit anorganischen und organischen Dünnschichtsolarzellen beschäftigt er sich. Dabei untersucht Kirchartz unterschiedliche Materialsysteme mit ähnlichen Messmethoden, um daraus neue Erkenntnisse für ihre Verwendung zu gewinnen.

Der gebürtige Karlsruher studierte Elektrotechnik an der Universität Stuttgart. Auch als Doktorand blieb er zunächst dort, folgte dann seinem Doktorvater Prof. Dr. Uwe Rau an das Forschungszentrum Jülich, wo er 2009 promovierte. In seiner Dissertation entwickelte er eine universelle Theorie zur Beschreibung verschiedener Solarzelltypen. Außerdem machte er sich den Zusammenhang zwischen Absorption und Emission von Licht zunutze, um neue Charakterisierungsmethoden zu entwickeln. Bis Juli 2010 blieb er als Postdoc in Jülich, bevor er für drei Jahre als „Junior Research Fellow“ an das Imperial College London wechselte. Dort arbeitete er mit Prof. Jenny Nelson an Solarzellen, die aus organischen Molekülen bestehen und deshalb bei Raumtemperatur durch Druckprozesse hergestellt werden können – zwei wichtige Faktoren für die industrielle Verwertung.

Mit der Berufung Kirchartz’ baut die Universität einmal mehr ihren Profilschwerpunkt „Nanowissenschaften“ aus, der durch das „Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CENIDE)“ vertreten wird. Da sich seine Forschung nahtlos in das Konzept des NanoEnergieTechnikZentrums (NETZ) einfügt, nutzt Kirchartz künftig das neue Gebäude am Campus Duisburg. „Das NETZ bietet mir eine hervorragende Laborausstattung sowie die Möglichkeit, von der Kompetenz der anderen Wissenschaftler direkt zu profitieren. Denn genau wie die Nanotechnologie an sich ist die Photovoltaik ein multidisziplinäres Forschungsgebiet.“

Redaktion: Birte Vierjahn, Tel. 0203/379-8176


Bildhinweis:
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