Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Studierende entwickeln neues System für Flugverkehr mit

Kollisionen vermeiden

[31.07.2014] Leise surren zwei unbemannte Fluggeräte, als sie vom Boden abheben und aufeinander zu fliegen; die vier Master-Studierenden im Seminarraum werfen einen kontrollierenden Blick auf den Bildschirm. Alles gut! Das Anti-Kollisionssystem funktioniert. Das Projekt am Lehrstuhl für Software Systems Engineering der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat viel mehr mit Informatik zu tun, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Es ist eine große Sache, bei der die Studierenden mitwirken dürfen – wenn auch nur im Kleinen: Der Lehrstuhl von Prof. Dr. Klaus Pohl ist an dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Vorhaben SPES XT beteiligt. Hier erforschen Wissenschaftler mit Industriepartnern hochkomplexe Computertechnik, so genannte Eingebettete Systeme. Diese sind heute schon in vielen Geräten oder in PKW verbaut. Neben der Automobilentwicklung und Automatisierungstechnik ist die Luftfahrt ein Schwerpunkt von SPES XT.

Unterstützt von Ingenieuren der Airbus AG haben die Studierenden nun untersucht, welche Anforderungen Software erfüllen muss, um automatisch und möglichst früh einen Zusammenstoß von Flugzeugen zu verhindern. „Proactive Collision Avoidance System“ heißt die eingebettete Technik, die später einmal in allen zivilen Fliegern vorhanden sein soll.

Ähnliche Systeme zur Kollisionsvermeidung sind zwar heute schon im Einsatz, allerdings warnen diese lediglich vor einem drohenden Zusammenprall und lösen – wenn notwendig – ein Ausweichmanöver aus. Dagegen kommunizieren die künftigen Systeme automatisch miteinander und stimmen selbstständig und ohne, dass der Pilot aktiv werden muss, die Flugrouten aufeinander ab. Hierdurch soll selbst in dichtem Luftraum eine sichere und gleichzeitig ressourcenschonende Reise möglich werden.

Ihre Ergebnisse haben die UDE-Studierenden an Quadrocoptern – das sind Modellfluggeräte – erprobt. Anspruchsvoll und sehr spannend sei die Arbeit gewesen, finden Torsten Bandyszak, Philipp Bohn, Jennifer Brings und Felix Föcker. Die angehenden Software-Ingenieure haben auch gemerkt: Fürs Berufsleben sind sie jetzt schon gut gerüstet.


Weitere Informationen und Redaktion:
Frederike Johanning-Fischer, Tel. 0201/183–4655, frederike.johanning-fischer@paluno.uni-due.de


Bildhinweis:
Ein Foto zu dieser Pressemitteilung (Bildbeschreibung: Philipp Bohn, Felix Föcker, Torsten Bandyszak und Jennifer Brings (v.l.) bei den Tests mit Quadrocoptern. Foto: UDE) können Sie herunterladen unter:
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