Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Symposium: Wissenschaft trifft Kunst

Essen als gemeinschaftsstiftende Handlung

[16.09.2014] Essen scheint ein selbstverständliches Phänomen. Doch was ist, wenn man eine Einladung zum Essen als Form eines Geschenks betrachtet? Ein Geschenk, mit dem man etwas ausgibt, aber auch etwas investiert und etwas Drittes stiftet – Gemeinschaft? Welche Bedeutung hat die Gabe des Essens, wenn man sie als soziale Kooperation betrachtet? Und welches Potenzial birgt sie, vor allem im Blick auf unsere globalisierte Welt?

Unter der Überschrift „Die Gabe der Kooperation“ laden das Duisburger Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21) und das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) zur Diskussion dieser Fragen ein (Dienstag, 23. September 2014, Landschaftspark Duisburg-Nord). Das Symposium im Rahmen der Ruhrtriennale rückt Essen als soziales, gemeinschaftsstiftendes Phänomen in den Blickpunkt.

Facettenreich zeigen fünf Gastbeiträge die Bedeutung des Essens und gehen dabei der Frage nach, ob das Konzept der Gabe zu einem alternativen Verständnis globaler Kooperation in einer vernetzten Welt beitragen kann. Die Beiträge der Gastredner sind inspiriert von Marcel Mauss bekanntem Essay „Die Gabe“. Die Gabe, der materielle Tausch, ist Medium der symbolischen Herstellung und Festigung sozialer Beziehungen. Welche Bedeutung dabei Ort, Zeit und Personen beim Essen haben, damit beschäftigen sich beispielsweise die Soziologen Sebastian Schellhaas und Mario Schmidt. Ihr Beitrag macht anschaulich, wie man beim Brown Bag Lunch „gemeinsam einsam“ isst und beim westkenianischen Gastmahl „einsam gemeinsam“ isst.

Neben dem gemeinsamen Essen taucht die Gabe im Zusammenhang mit Nahrung auch in anderen Kontexten auf, etwa in der internationalen Lebensmittelhilfe in Krisen- und Hungergebiete oder bei uns, in hochentwickelten Industrienationen, wo übrig gebliebenes Essen durch Lebensmitteltafeln nach wie vor als Gabe verteilt wird. Wie politisch Essen sein kann, zeigt auch das „Containern“. Das Suchen und Konsumieren von weggeworfenen aber noch genießbaren Lebensmitteln aus Mülltonnen von Supermärkten, ist eine Praxis, die als bewusster Kampf gegen die moderne Wegwerfgesellschaft, ausgeübt wird.

Das Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21) organisiert bereits zum dritten Mal ein Symposium im Rahmen der Ruhrtriennale. Die Veranstaltung wird moderiert von Professor Claus Leggewie, Co-Direktor des KHK/GCR21 und Direktor des KWI.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist möglich per E-Mail an events@gcr21.uni-due.de.

Redaktion: Tina Berntsen, Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research, berntsen@gcr21.uni-due.de