Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

UDE-Forscher publizieren in Nature Biotechnolgy

Wirksam bakterielle Infektionen bekämpfen

[04.11.2014] Bakterielle Infektionen sind immer noch ein großes medizinisches Problem – vor allem bei immungeschwächten Patienten oder bei Antibiotika resistenten Keimen. Einen Erfolg versprechenden neuen Therapieansatz veröffentlichte nun eine internationale Forschergruppe, zu denen auch Prof. Erich Gulbins und Dr. Katrin Becker-Flegler vom Institut für Molekularbiologie am Universitätsklinikum Essen der Universität Duisburg-Essen (UDE) gehören. Ihre Ergebnisse wurden in der renommierten internationalen Wissenschaftszeitschrift Nature Biotechnology veröffentlicht.

Das Besondere: Die Forscher machen sich einen Teil des üblichen Infektionsmechanismus der Bakterien zunutze. Einige Bakterien sondern Substanzen ab, Toxine, die in die Zellmembran integrieren. Damit zerstören sie diese, was zum Absterben der Zelle führen kann. Eine weitere erhebliche Nachwirkung sind überschießende gewebeschädigende Entzündungsreaktionen.

Inspiriert durch dieses Prinzip hat die UDE-Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Bern, Liverpool und Cincinnati (USA) künstliche Membranvesikel (Liposomen) erzeugt, die die Toxine abfangen. Katrin Becker-Flegler: „Sie sind so attraktiv für die Bakterien, dass die Toxine nicht mehr die natürliche Zellmembran angreifen, sondern sich auf die Liposomen stürzen.“

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Liposomen sehr wirksam sind und bakterielle Toxine effizient neutralisieren. Katrin Becker-Flegler: „Ein weiterer Vorteil ist, dass die eingesetzten Liposomen sich aus Bestandteilen zusammensetzen, die natürlich vorkommen und bislang keine Nebenwirkungen zeigen. Unsere Ergebnisse lassen hoffen, dass Liposomen künftig allein oder kombiniert mit gängigen Antibiotika wirkungsvoll und nebenwirkungsarm bei schweren Infektionen eingesetzt werden können.“

Weitere Informationen: http://www.nature.com/nbt/journal/vaop/ncurrent/full/nbt.3037.html

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430