Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Abschlusstagung des DFG-Netzwerks ZeitenWelten

Die Zeit im Mittelalter

[08.04.2015] Der Sonnenstand und das Angelusläuten der Kirchenglocken morgens, mittags und abends waren im Mittelalter die wichtigsten Hilfsmittel für die tägliche Zeitmessung. Soweit dies zwischen 500 und 1500 überhaupt eine Rolle spielte, denn man richtete sein Leben vorzugsweise auf die Ewigkeit aus. Mit der mittelalterlichen Zeitwahrnehmung befasst sich eine internationale Tagung vom 16. bis 18. April an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Die Veranstaltung beschließt gleichzeitig die Arbeit des DFG-Netzwerks „ZeitenWelten. Zur Verschränkung von Weltdeutung und Zeitwahrnehmung im frühen und hohen Mittelalter“ unter der Leitung von Dr. Miriam Czock (UDE) und Dr. Anja Rathmann-Lutz (Uni Basel). Die Projekte beleuchten die vielfältigen Prozesse, die zur Herstellung zeitlicher Zusammenhänge beitrugen und untersuchen die unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Deutungsmuster von Zeitlichkeit.

Es stellte sich u.a. heraus, dass die Komplexität und Vielfalt der Zeitkonzeptionen und das Beschreiben von Zeiterfahrung weit größer war, als es gängige Vorstellungen nahelegen. Miriam Czock: „Mittelalterliche Zeitmodelle leben vom Wechselspiel von zyklischer, linearer und geschichteter Zeit. Der Umgang mit ihnen schärft das Bewusstsein dafür, dass Zeit eine veränderbare Kategorie ist.“

An die interessierte Öffentlichkeit richtet sich der Abendvortrag am Donnerstag, 16. April im Glaspavillon am Essener Campus. Um 18.15 Uhr spricht Prof. em. Dr. Hans-Werner Goetz (Hamburg) über „Zeit und Geschichte. Zum Zeitverständnis und dessen historiographischer Umsetzung in der früh- und hochmittelalterlichen Chronistik“.

Weitere Informationen: https://zeitenwelten.unibas.ch
Dr. Miriam Czock, Tel. 0201/183-3763, miriam.czock@uni-due.de

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430