Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Humboldt-Stipendiat forscht bei CENIDE

Auf den Charakter kommt es an

[29.04.2015] Er ist ein echter Theoretiker, doch seine Ideen haben das nötige Feuer: Prof. Dr. Kyle Daun (40) von der University of Waterloo in Kanada ist Experte für Verbrennungsprozesse und die Interaktion von Nanopartikeln und Gasen. Jetzt ist der Thermophysiker elf Monate lang an der Universität Duisburg-Essen (UDE) zu Gast. Mit Wissenschaftlern des Centers for Nanointegration (CENIDE) erforscht er, wie sich synthetische Nanopartikel mithilfe von Laserstrahlung berührungslos charakterisieren lassen. Gefördert wird Aufenthalt durch ein Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Künstlich hergestellte Nanopartikel stecken in immer mehr innovativen Materialien und verändern ihre Eigenschaften. So lassen sich etwa Batterien mit höheren Speicherkapazitäten herstellen oder Bauteile entwickeln, die Wärme unmittelbar in Strom umwandeln. Um Materialien mit bestimmten Eigenschaften gezielt produzieren zu können, wollen die Wissenschaftler das Wachstum von synthetischen Nanopartikel beobachten – und das schon während ihrer Bildung in der Gasphase.

CENIDE-Direktor Prof. Dr. Christof Schulz: „Wir stehen schon seit langem im engen Austausch. Kyle Daun leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung optischer Verfahren, mit denen die Größe von Nanopartikeln bestimmt werden können.“ An der UDE beteiligt sich Daun auch an einer neuen DFG-Forschergruppe, in der Designregeln für die Synthese komplexer Nanopartikel in der Gasphase entwickelt werden.

Der gebürtige Kanadier studierte Maschinenbau an den Universitäten Manitoba und Waterloo. An der Universität Texas befasste er sich anschließend mit Methoden für die Auslegung von Infrarot-Heizquellen und promovierte dazu im Jahr 2003. Bis 2007 war er Stipendiat der Kanadischen Forschungsgemeinschaft und war am Institut für chemische Prozesse und Umwelttechnologien am National Research Council Canada beschäftigt.

Heute konzentriert sich Daun auf die Laser-basierte Tomographie von Verbrennungsprozessen und die Wärmeleitung gasgetragener Aerosole. Außerdem entwickelt er inverse Verfahren zur Aufklärung von Wärmeleitungsvorgängen in der Materialverarbeitung. 2009 kürte ihn das Journal of Quantitative Spectroscopy and Radiative Transfer zum Forscher des Jahres, 2010 erhielt er zudem den Young Scientist Award dieses Fachmagazins.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Christof Schulz, Tel. 0203/379-8163, christof.schulz@uni-due.de

Redaktion: Carmen Tomlik, Tel. 0203/379-8176, carmen.tomlik@uni-due.de