Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Die neue Brennstoffzellenanlage am ZBT
Die neue Brennstoffzellenanlage am ZBT

Klimaschonend und innovativ

Eine Brennstoffzellenanlage für das ZBT

[19.05.2015] Mehr als hundert Tonnen Kohlendioxid pro Jahr erspart das Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) künftig der Umwelt, wenn es ab sofort eine eigene 100 kW-Brennstoffzellen-Anlage in Betrieb nimmt. Sie versorgt das An-Institut der Universität Duisburg-Essen (UDE) künftig mit Strom und Wasser.

Außerdem liefert sie sauerstoffreduzierte Abluft, die der Höhenluft ähnelt. Sie ermöglicht eine vertiefte Hypoxie-Forschung gemeinsam mit dem Institut für Physiologie der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Essen. Die Wissenschaftler wollen unter anderem untersuchen, wie sich eine ungenügende Sauerstoff-Zufuhr auf den menschlichen Körper auswirkt. Für diese zukunftsweisende Installation wurde das ZBT am 20. Mai als „Motor des Fortschritts“ im Rahmen der KlimaExpo.NRW“ ausgezeichnet.

ZBT-Leiterin Prof. Angelika Heinzel: „Mit der neuen Anlage verbessert sich der CO2-Fußabdruck des ZBT entscheidend, und wir müssen weniger Geld für den Energiebezug aufwenden.“ Die bessere Energieausnutzung hängt mit der eingesetzten Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zusammen. Es wird nicht nur Strom vor Ort produziert, auch die Prozess-Abwärme kann zu Heizzwecken verwendet werden. Solche erdgasbetriebenen und brennstoffzellenbasierten KWK-Systeme sind nicht nur leise, sondern versprechen auch eine höhere elektrische Ausbeute und geringere Schadstoffemissionen.

Am ZBT wird landesweit zum ersten Mal eine derartige 100 kW Brennstoffzellen-Anlage installiert und erlaubt so die Erprobung dieser Technik im normalen Betrieb. In den Gebäudeteilen des ZBT kann die KWK-Abwärme auf verschiedenen Temperaturniveaus effizient genutzt werden. Darüber hinaus erlaubt die Anlage zum Beispiel das Verwenden konditionierter, sauerstoffreduzierter Luft (Kathodenabgas) für medizinische oder auch Brandschutzanwendungen. Im neuen KWK-Testzentrum können verschiedene motorische Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen-Heizgeräte getestet werden.

Die 100 kW-Brennstoffzellen-Anlage wird die Grundlast der Strom- und Wärmeversorgung am ZBT übernehmen und erspart der Umwelt damit ca. 115 Tonnen CO2 pro Jahr. Der kombinierte Wirkungsgrad liegt bei rund 80 Prozent – das hat die KlimaExpo.NRW überzeugt. „Durch die enge Zusammenarbeit mit der Industrie wird die spätere Kommerzialisierung der Technologie vorbereitet und der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort NRW insgesamt gestärkt“, sagt Wolfgang Jung, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW. „So zeigt das ZBT wie Klimaschutz als Fortschrittsmotor wirken kann.“

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430